Franz Jägerstätters Traum
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Franz Jägerstätters Traum

Text: Matthäusevangelium 10, 37-42 - Einheitsübersetzung

37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. 38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert. 39 Wer das Leben findet, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.

Gottes Wort ist Orientierung für uns

Ein eindrucksvolles Detail im Zeugnis von Franz Jägerstätter ist ein Traum, den er bereits Jahre vor seiner Verweigerung hatte und den er später als bedeutsam für seinen Weg verstand.

Er erzählte, er habe einen prächtigen Zug gesehen. Viele Menschen strömten begeistert herbei. Die Erwachsenen wollten mitfahren, die Kinder jubelten. Alles wirkte faszinierend, modern und verheißungsvoll. Auch er war zunächst beeindruckt. Doch dann hörte er eine Stimme, die sagte: 'Dieser Zug fährt zur Hölle.' Da erkannte er, dass die Menschen blind einer Macht folgten, die sie ins Verderben führte.

Später deutete Jägerstätter diesen Traum auf die Begeisterung vieler Menschen für den Nationalsozialismus. Er sah, wie eine ganze Gesellschaft von Versprechungen, Propaganda und Massenbegeisterung mitgerissen wurde. Was für viele wie Aufbruch, Stärke und Zukunft aussah, erschien ihm als ein Weg in Unmenschlichkeit, Krieg und Zerstörung.

Der Traum wurde für ihn zu einem Bild des Gewissens: Nicht jeder Zug, auf den alle aufspringen, fährt in die richtige Richtung. Nicht immer hat die Mehrheit recht. Nicht jede Begeisterung führt zum Leben. Gerade deshalb fragte Jägerstätter immer wieder nicht: 'Was machen die anderen?', sondern: 'Was ist vor Gott richtig?'

Meditation

Ein Zug rollt heran.
Er glänzt.
Er ist schnell.
Er verspricht Zukunft.

Die Menschen steigen ein.
Freunde steigen ein.
Nachbarn steigen ein.
Fast alle steigen ein.

Wer draußen bleibt,
gilt als Narr.

Doch dann ertönt eine Stimme:
Dieser Zug fährt zur Hölle.

Franz Jägerstätter
steigt nicht ein.
Er bleibt allein
auf dem Bahnsteig zurück.
Die anderen fahren davon.
Er verliert Ansehen.
Er verliert Sicherheit.
Schließlich verliert er sein Leben.

Aber er verliert nicht sein Gewissen.

Sein Traum fragt uns:
Welchen Zügen folgen wir?
Welche Stimmen reißen uns mit?
Und haben wir den Mut, stehenzubleiben,
wenn unser Herz erkennt:
Dieser Weg führt nicht zum Leben.

Texterläuterung Matthäus 10, 37-42

Herzensmitte

Es kann nur eine Mitte geben

Lebenswert

Franz Jägerstätters Zeugnis für Christus

Der "Lohn"

Alle sind Gottesboten - alle Menschen, alle Tiere, alle Geschöpfe

Wer einem der Kleinen hilft - oder: Die Nacht, in der Minka davonlief