Alle sind Gottesboten
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Alle sind Gottesboten - alle Menschen, alle Tiere, alle Geschöpfe

Text: Matthäusevangelium 10, 40–42 - Einheitsübersetzung neu

Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist - Amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.

Bildmeditation

Schau dieses Bild an.
Nicht als Sammlung schöner Motive -
sondern als stille Offenbarung.

Ein lachendes Kind.
Noch bevor es sprechen kann,
verkündet es Leben.
Sein Lachen fragt nicht nach Leistung,
nicht nach Herkunft, nicht nach Schuld.
Es ist einfach da -
und erinnert uns:
Gott beginnt immer mit Freude.

Ein kleiner Vogel im Morgenlicht.
Er predigt ohne Worte.
Er kennt keine Theologie,
keine Dogmen, keine Angst vor morgen.
Er sitzt auf dem Geländer
und sagt mit seinem Sein:
Du bist getragen. Auch heute.

Die Katze auf der Fensterbank.
Still. Wach. Gegenwärtig.
Sie lehrt uns das Staunen -
jene vergessene Form des Betens,
bei der man nichts will, nichts fordert,
sondern einfach schaut.

Zwei Menschen im Gespräch.
Ein Lächeln. Eine Tasse Kaffee.
Kein Wunder, kein großes Zeichen -
und doch geschieht hier Heiliges.
Denn wo Menschen einander wirklich ansehen,
ist Gott in ihrer Mitte.

Der Wasserfall.
Unaufhaltsam. Kraftvoll. Lebendig.
Er fragt nicht, ob er darf.
Er fließt. So wie Gnade fließt -
nicht portioniert, nicht verdient,
nicht kontrollierbar.

Die Blume im Morgenlicht.
Zart. Vergänglich.
Und gerade deshalb kostbar.
Sie ruft uns zu:
Schau mich an, ehe du vorbeigehst.
Denn Gott zeigt sich oft im Kleinen,
nicht im Lauten.

Sie alle sind Gottesboten.
Nicht, weil sie etwas sagen.
Sondern weil sie sind.

Gott spricht nicht nur durch Propheten,
nicht nur durch Prediger,
nicht nur durch heilige Texte.

Gott spricht
im Kinderlachen,
im Vogelgesang,
in Tierblicken,
in Gesprächen,
in Wasser und Blüten.

Keine Begegnung ist zufällig.
Jedes Geschöpf trägt eine stille Botschaft:
Gott spricht zu uns
in allem, was lebt.