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Der Himmel brennt - Bildmeditation
Text: Matthäusevangelium 27, 46 - Übersetzung: Das Buch
Aber um drei Uhr schrie Jesus mit lauter Stimme hinaus: 'Eli, eli, lema sabachtani?' Das bedeutet: 'Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?'
Bildmeditation
Das Kreuz hebt sich schwarz
gegen den brennenden Himmel ab.
Alles scheint in Flammen zu stehen -
die Welt, die Hoffnung,
das Leben selbst.
Und mitten darin:
Jesus,
ausgestreckt zwischen Himmel und Erde,
festgenagelt in eine Stunde,
die kein Entrinnen kennt.
'Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?'
Das ist ein Aufschrei,
der den Himmel zerreißt.
Ein Ruf aus der Tiefe,
aus der Nacht der Seele,
aus einem Ort,
an dem kein Trost mehr spürbar ist.
Hier ist keine fromme Fassade.
Kein Licht, das trägt.
Keine Gewissheit, die hält.
Nur noch Leere.
Der Himmel glüht -
aber er antwortet nicht.
Er scheint zu brennen -
und spricht nicht.
Dieser Schrei ist Gebet.
Jesus wendet sich an Gott -
auch dort,
wo Gott für ihn weg ist.
'Mein Gott ...'
Dieses eine Wort bleibt.
Wie ein dünner Faden,
der nicht reißt,
auch wenn alles andere zerbricht.
In dieser tiefsten Gottverlassenheit
geschieht etwas Unbegreifliches:
Gott selbst geht in die Erfahrung hinein,
die wir Menschen am meisten fürchten:
in die tiefste Einsamkeit,
in das Gefühl,
ganz verlassen
und ganz vergessen zu sein.
Gott selbst kennt
diese Erfahrung.
Deshalb ist kein Mensch allein
in seiner tiefsten Dunkelheit.
Wo jemand schreit: 'Warum?'
Wo jemand keinen Sinn mehr sieht,
keinen Halt, kein Gegenüber -
dort ist dieser Schrei
schon gerufen worden
von Gott selbst.
→ Abba