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Wer bin ich für dich ?
Text: Matthäusevangelium 16, 5-12 - Übersetzung: Elberfelderbibel
13 Als aber Jesus in die Gegenden von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Was sagen die Menschen, wer der Sohn des Menschen ist? 14 Sie aber sagten: Einige: Johannes der Täufer; andere aber: Elia; und andere wieder: Jeremia oder einer der Propheten. 15 Er spricht zu ihnen: Ihr aber, was sagt ihr, wer ich bin? 16 Simon Petrus aber antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.
Gottes Wort gibt uns Antwort auf viele Fragen
Es ist ein weiter Weg nach Norden. Weg von den vertrauten Orten. Weg von den Stimmen, die alles schon zu wissen glauben. Dort, wo Felsen sind. Wo alte Götter ihre Nischen haben. Wo Menschen ihre Sicherheiten aus Stein gebaut haben.
Dort bleibt Jesus stehen. Und er stellt eine Frage, die zunächst harmlos klingt: 'Für wen halten mich die Leute?' Die Antworten kommen schnell. Wie sie immer schnell kommen, wenn man über andere spricht. Ein Prophet. Ein Mahner. Ein großer Mensch. Vielleicht einer wie früher. Alles ehrenvoll. Alles richtig - und doch nicht genug.
Jesus hört zu. Er widerspricht nicht. er beginnt nicht zu diskutieren. Er sammelt diese Stimmen - wie man Wind einfängt, der weiterzieht.
Dann wird es stiller. 'Ihr aber ...' Ein kleines Wort. Aber es verändert alles. 'Ihr aber - für wen haltet ihr mich?' Jetzt gibt es kein Ausweichen mehr. Keine Zitate. Keine fremden Stimmen. Jetzt geht es um das eigene Herz. Vielleicht schauen sie einander an. Vielleicht senken einige den Blick. Vielleicht spüren sie: Diese Frage ist größer als alles, was sie sagen können.
Und dann tritt Petrus vor. Nicht, weil er alles verstanden hat. Nicht, weil er keine Zweifel kennt. Sondern weil in ihm etwas aufbricht, das größer ist als er selbst. 'Du bist der Christus. Der Sohn des lebendigen Gottes.' Ein Satz - und doch mehr als ein Satz. Es ist, als würde in diesem Moment ein Licht angehen, nicht draußen, sondern innen. Nicht gelernt. Nicht erarbeitet. Sondern geschenkt.
Der lebendige Gott - nicht einer aus Stein, nicht einer, den man in Tempeln festhalten kann, nicht einer, den man kontrolliert oder beweist. Lebendig. Und dieser lebendige Gott steht vor ihnen. Spricht mit ihnen. Geht mit ihnen den Weg. Sie begreifen in diesem Moment nur einen Hauch davon. Fühlen mehr, als sie verstehen. Ahnen mehr, als sie wissen. Aber es reicht. Denn Glaube beginnt nicht damit, dass wir alles erklären können. Sondern damit, dass wir uns treffen lassen. Von einer Frage. Von einem Blick. Von einer Gegenwart.
Und diese Frage Jesu steht auch heute noch im Raum. Nicht laut. Nicht drängend. Aber unausweichlich. Mitten in unseren Gedanken. Mitten in unseren Sicherheiten. Mitten zwischen all den Stimmen, die sagen, wer Jesus ist. 'Du aber ...' 'Du - wer bin ich für dich?'
Es geschieht auch in mir, dass ich keine fertige Antwort habe. Aber ein Wort wächst. Ein leises. Ein tastendes. Und doch wahr. 'Du bist für mich DER Lehrer des Lebens.' Und: Du bist mehr. Weit mehr als meine Bilder. Weit mehr als meine Worte. Du bist der, in dem mir Gott nahekommt. Lebendig. Und plötzlich merke ich: Die Antwort ist nicht nur ein Satz. Sie ist ein Weg. Ein Weg mit dir.