Gottes Erbarmen - wie der Mutterschoß
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Gottes Erbarmen - wie der Mutterschoß

Text: Matthäusevangelium 9, 9-13 - Einheitsübersetzung neu

Als Jesus weiterging, sah er einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.

Gottes Wort ist Liebesbotschaft an uns

Im Hebräischen gibt es eine sprachliche Verbindung, die tief berührt. Das Wort für Erbarmen, Barmherzigkeit oder Empathie lautet rachamim. Es stammt von derselben Wortwurzel wie rechem, das Wort für den Mutterschoß.

Das ist mehr als eine sprachliche Besonderheit. Es öffnet ein Fenster zum Verständnis Gottes. Wenn die Bibel von Gottes Erbarmen spricht, denkt sie nicht zuerst an Mitleid aus der Distanz. Sie denkt an die Liebe einer Mutter, die ihr Kind unter ihrem Herzen trägt. Im Mutterschoß wird Leben geschützt, genährt und getragen. Das ungeborene Kind muss nichts leisten. Es muss nichts beweisen. Es wird einfach geliebt. Es darf sein.

So ist Gottes Erbarmen. Gott schaut nicht auf uns wie ein Richter, der Fehler zählt. Er schaut auf uns mit den Augen einer Mutter, die ihr Kind ansieht. Selbst wenn das Kind stolpert, sich verirrt oder Fehler macht, bleibt die Liebe bestehen. Sie wird nicht zurückgezogen. Sie hält aus. Sie wartet. Sie hofft.

Der Mutterschoß ist ein Ort der Geborgenheit. Dort wird niemand verurteilt. Dort wird niemand aussortiert. Dort wird Leben behütet, lange bevor es etwas leisten kann. Wenn die Bibel von Gottes Erbarmen spricht, klingt all das mit. Gottes Liebe ist nicht kalt und berechnend. Sie ist warm, schützend und lebensschaffend.

Das erklärt auch, warum Jesus den Menschen so begegnete. Er verurteilte niemanden. Er beschämte die Sünder nicht. Er drängte die Ausgegrenzten nicht noch weiter an den Rand. Stattdessen richtete er Menschen auf. Er schenkte ihnen Würde zurück. In ihm wurde göttliches Erbarmen sichtbar und die Zärtlichkeit Gottes.

Das hebräische Wort erinnert uns daran: Gottes Herz ist nicht aus Stein. Es gleicht einem Mutterschoß. Einem Raum, der Leben ermöglicht. Einem Ort, an dem wir geborgen sind. Einer Liebe, die uns trägt, bevor wir etwas dafür leisten können, und die uns niemals verlässt.

Gottes Erbarmen ist mütterliche Liebe. Gottes Barmherzigkeit ist ein Raum der Geborgenheit. Gott trägt uns in seinem Herzen, wie eine Mutter ihr Kind unter ihrem Herzen trägt.

Das ist eine der schönsten Botschaften der Bibel: Bevor wir nach Gott suchen, sind wir längst von ihm gefunden. Bevor wir zu ihm kommen, ist er immer schon in uns. Bevor wir ihn lieben, sind wir schon in seiner Liebe geborgen.

Anmerkungen zu Matthäus 9, 9-13

Tischgemeinschaft mit allen

Das Mahl mit den Sündern - Bildbetrachtung