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Das Mahl mit den Sündern - Bildbetrachtung
Text: Matthäusevangelium 9, 9-13 - Einheitsübersetzung neu
Als Jesus weiterging, sah er einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.
Bildbetrachtung
Bild oben: Sieger Köder, Das Mahl mit den Sündern
Text: Theo Schmidkonz SJ
Ein Schlüsselbild in der Malerei Sieger Köders, eine Schlüsselszene im Neuen Testament.
Die religiösen Führer sind empört über Jesus: „Der da - mit Zöllnern und Sündern speist er!” (Lk 15)
Wir sehen bildhaft, wer Jesus wirklich ist. Der Maler überträgt das Ereignis in die Gegenwart, in den Speisesaal der Villa San Pastore bei Rom, zeigt Außenseiter am Tisch des Herrn - heute.
Links ein Jude: Kein Volk wurde so oft ausgestoßen.
Neben ihm eine Dirne: Jesus nahm sich ihrer an.
Dann eine Bettlerin: Die sieht doch keiner gerne.
Und der Narr: Ein Verrückter fehlt gerade noch!
Der Intellektuelle: Skeptiker glauben doch nichts!
Die reiche Dame: Und was geschieht mit den Armen?
Der Schwarze: Fremdes macht vielen Angst.
Die Zahl „Sieben” bedeutet: Alle sind eingeladen an den einen Tisch: Keiner wird ausgeschlossen, der zu Jesus kommt und von ihm Heil erwartet.
Vom „Jesus-heute” sind nur die Hände zu sehen. Er sagte am Osterabend: „Seht - meine Hände!” Die schönste Metapher für Zärtlichkeit und Liebe. Im Bild: verwundete, aber alles schenkende Hände. Ohne jede Berührungsangst kann Jesus sagen: „Mein Leib - nehmt und esst alle davon!”
Über dem Haupt des Juden das Gleichnis vom Vater, der den verlorenen Sohn umarmt und küsst. Ein Bild im Bild des Mahles mit den Sündern. Der ältere Bruder links lehnt solche Liebe ab. Die Rose auf dem Tisch aber sagt, worauf alles ankommt: geliebt sein von Gott, ihn und die Menschen lieben.
Jesus, du Freund der Sünder und Ausgestoßenen, du hast anders denkende Menschen nie abgelehnt. Du hast Außenseiter an deine Seite gezogen. Du hast Sünder angenommen, mit ihnen gespeist. Deine Liebe schließt auch heute keinen von uns aus. Die Grenze deiner Liebe heißt Grenzenlosigkeit.
Jesus, ich möchte sehen lernen mit deinen Augen. Ich möchte ein wenig lieben, so wie du liebst. Danke, dass du mir dabei deine Hand reichst.