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Franz von Assisi - seine Liebe zu allen Geschöpfen
Franz von Assisi. Um ihn herum haben sich Tiere versammelt: ein Reh, ein Schaf, ein Wolf, ein Fuchs, ein Hase, ein Eichhörnchen und kleine Vögel. Sie alle spüren: Von diesem Menschen geht keine Gefahr aus. Seine Hände bedrohen nicht, sie beschützen. Seine Augen verurteilen nicht, sie blicken liebevoll. Seine Nähe macht keine Angst, sie schenkt Vertrauen.
Franz erzählt ihnen von Gott, vor dem sie sich nicht fürchten müssen, der über seine Geschöpfe nicht herrscht und sie nicht unterwirft. Er erzählt ihnen von Gott, dessen Wesen Liebe ist, dessen Güte und Barmherzigkeit keine Grenzen kennen, der alles Leben ins Dasein gerufen hat und es mit unendlicher Zärtlichkeit umfängt.
Franz schaut die Tiere liebevoll an und sagt: "Meine lieben Schwestern und Brüder! Wisst ihr eigentlich, wie kostbar ihr seid? Wisst ihr, dass Gott euch liebhat, einfach weil es euch gibt? Ihr müsst nichts leisten, nichts beweisen, nichts Besonderes sein. Ihr dürft leben, euch freuen, spielen, wachsen und das Leben genießen. Denn ihr alle seid geliebte Geschöpfe Gottes."
Dann wendet sich Franz dem Wolf zu und sagt: "Auch du, Bruder Wolf, bist geliebt, obwohl die Menschen dich fürchten und manchmal hassen. Auch du hast deinen Platz in Gottes wunderbarer Schöpfung."
Dem kleinen Schaf streicht er liebevoll über den Kopf und sagt: "Auch du, Schwester Schaf, bist weitaus mehr als das, was du den Menschen nützen kannst. Dein Leben ist kostbar um seiner selbst willen. Gott hat große Freude mit dir."
Und zu den Vögeln sagt er: "Singt nur, meine lieben Schwestern und Brüder! Singt von der Freude des Lebens! Euer Gesang ist ein Lobpreis auf die Güte Gottes."
Franz hat das gütige Herz Jesu erfahren. Er hat erkannt, dass die Frohe Botschaft nicht nur den Menschen gilt. Sie umfasst alles, was lebt. Darum gibt es für Franz keine wertlosen Geschöpfe, keine bloßen Nutztiere, keine Lebewesen, mit denen der Mensch nach Belieben umgehen darf. Alles Leben ist ihm heilig, weil es aus Gott hervorgegangen ist.
Franz bringt die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes zu allen Geschöpfen. Darin liegt die schönste Botschaft dieses Bildes.
Franz von Assisi stellt uns heute Fragen: Erkennst du in jedem Lebewesen eine Schwester, einen Bruder? Begegnest du einem Tier, ohne zuerst nach seinem Nutzen zu fragen? Freust du dich über das Leben eines anderen Geschöpfes, einfach weil es lebt?
Die Tiere haben sich vertrauensvoll um ihn versammelt. Franz braucht keine Worte mehr. Sein liebevoller Umgang mit den Tieren ist selbst zur Frohen Botschaft geworden. Denn Gottes Güte wird erfahrbar in der Begegnung und in der Beziehung.
Alle Geschöpfe gehören zur Familie des mütterlich und väterlich ewig Liebenden. Deshalb sind alle Geschöpfe wie Geschwister. So glaubte Franz von Assisi. So glaube auch ich.