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Christsein im Alltag - Der Schuhkauf
Inhaltsbeschreibung eines Films
Der Film Der Schuhkauf erzählt eine alltägliche Geschichte, aus der sich eine grundlegende Frage entwickelt: Was bedeutet es, als Christin oder Christ zu handeln, wenn Menschlichkeit mit wirtschaftlichen Interessen, beruflichen Pflichten und persönlichen Lebensplänen in Konflikt gerät?
Im Mittelpunkt steht die Schuhverkäuferin Erika Schneider. Sie hilft einem älteren Kunden, obwohl sie dadurch ihrem Arbeitgeber ein Geschäft entgehen lässt. Was für sie eine selbstverständliche menschliche Entscheidung ist, führt zu ihrer fristlosen Entlassung und schließlich zu einem schweren Streit mit ihrem Verlobten Jan.
Der Film gibt keine einfache Antwort. Vielmehr lässt er Menschen miteinander sprechen, die jeweils unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was Verantwortung bedeutet und wem gegenüber sie diese Verantwortung tragen.
Ein älterer Mann betritt ein Schuhgeschäft. Im Schaufenster hat er schwarze, knöchelhohe Schuhe für 89 Mark entdeckt. Er sucht einen festen Schuh für den Herbst und Winter. Die Verkäuferin Erika Schneider übernimmt seine Bedienung. Zunächst zeigt sie ihm verschiedene hochwertige Modelle. Ein zwiegenähter Schuh kostet 225 Mark, ein anderes Modell ist gefüttert und besonders für den Winter geeignet. Auch ein ungefütterter Schuh für 179,90 Mark kommt zur Sprache. Doch der Kunde erklärt, dass er sich diese Schuhe nicht leisten kann. Er ist Rentner und kann höchstens 100 Mark ausgeben. Seine bisherigen Schuhe hat er beinahe fünf Jahre getragen. Inzwischen löst sich die Sohle vom Leder, und der Schuhmacher hat ihm erklärt, dass eine Reparatur nicht mehr möglich sei. Hinzu kommt seine gesundheitliche Situation: Der Mann leidet an Rheuma. Deshalb ist es ihm besonders wichtig, keine nassen Füße zu bekommen. Seine Frau, die ihn normalerweise bei größeren Anschaffungen begleitet, befindet sich gerade auf Kur. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten belasten den gemeinsamen Haushalt. Allmählich wird deutlich, dass dieser Kunde nicht einfach einen möglichst billigen Schuh sucht. Er braucht einen Schuh, der ihn vor Nässe schützt, möglichst lange hält und trotzdem für ihn erschwinglich ist. Erika zeigt ihm das Sonderangebot für 89 Mark, auf das er bereits im Schaufenster aufmerksam geworden ist. Doch sie weiß, dass dieser Schuh seinen Anforderungen nicht entspricht. Er ist nicht zuverlässig wasserdicht und wird vermutlich auch nicht besonders lange halten. Der Kunde möchte ihn dennoch kaufen. Er findet ihn schön, und der Preis liegt innerhalb seiner Möglichkeiten. Damit gerät Erika in einen Konflikt. Sie könnte ihm die gewünschten Schuhe verkaufen und damit ihre berufliche Aufgabe erfüllen. Zugleich weiß sie aber, dass sie dem Mann damit wahrscheinlich keinen guten Dienst erweisen würde. Sie versucht, ihm den Unterschied zwischen den billigen Schuhen und den teureren, haltbareren Modellen zu erklären. Doch der Kunde kann für seine Schuhe nicht mehr Geld ausgeben.
Schließlich trifft Erika eine ungewöhnliche Entscheidung. Sie erklärt dem Kunden, dass sie ihm die Schuhe für 89 Mark nicht guten Gewissens verkaufen möchte. Er brauche schließlich keine besonders eleganten Schuhe, sondern solide, wasserfeste und langlebige Schuhe. Dann empfiehlt sie ihm ein anderes Schuhgeschäft in der Marktstraße, in der Nähe eines Supermarktes. Dort werde er wahrscheinlich genau die Schuhe finden, die er suche, und zwar zu einem Preis, den er sich leisten könne. Damit schickt Erika einen Kunden zur Konkurrenz. Der alte Mann ist von ihrem Verhalten überrascht und dankbar. Er empfindet ihre Beratung als ausgesprochen freundlich. Weil er sich ohne seine Frau bei solchen Einkäufen etwas hilflos fühlt, bedeutet ihm Erikas Unterstützung besonders viel. Zum Abschied schenkt er ihr Bonbons, die er am Morgen als treuer Kunde beim Bäcker erhalten hat. Als er das Geschäft verlässt, begegnet er dem Inhaber, Herrn Petersen. Er erzählt ihm begeistert von der Verkäuferin, die ihn so gut beraten und an ein anderes Geschäft verwiesen habe. Er spricht ihr gegeüber ein großes Lob aus. Was der Kunde als vorbildliche Hilfsbereitschaft erlebt hat, betrachtet der Geschäftsinhaber allerdings ganz anders.
Herr Petersen stellt Erika wegen des Verkaufsgesprächs zur Rede. Er kann nicht begreifen, weshalb sie einem Kunden vom Kauf eines Schuhs abgeraten hat, den dieser ausdrücklich haben wollte. Noch weniger versteht er, warum sie ihn zur Konkurrenz geschickt hat. Erika erklärt, dass der Kunde strapazierähige und wasserfeste Schuhe gebraucht habe. Die angebotenen Schuhe für 89 Mark erfüllten diese Anforderungen nicht. Außerdem habe es bereits zweimal Reklamationen gegeben, weil Wasser in diese Schuhe eindringe. Für Erika ist deshalb klar, dass sie den Kunden über diese Mängel informieren musste. Sie fragt ihren Chef, ob sie ihm diese Tatsachen etwa hätte verschweigen sollen. Petersen hält dagegen, dass der Kunde selbst entscheiden könne, was er kaufe. Jeder wisse schließlich, dass ein Schuh für 89 Mark nicht dieselbe Qualität bieten könne wie ein Schuh für 225 Mark. Seine Verkäuferin habe nicht das Recht, Kunden zu bevormunden. Erika verweist darauf, dass der alte Mann nur über sehr wenig Geld verfüge. Er habe sich die Anschaffung offensichtlich mühsam erspart. Deshalb habe sie ihm helfen wollen. Doch Petersen sieht darin keine ausreichende Begründung. Er muss ein Geschäft führen, seine Waren verkaufen und die wirtschaftliche Existenz seines Unternehmens sichern. Wenn seine Angestellten die Kundschaft in andere Geschäfte schickten, könne er sein Geschäft irgendwann schließen. Er erinnert Erika ausdrücklich daran, dass sie seine Angestellte sei. Das Schuhgeschäft sei weder das Rote Kreuz noch eine Fürsorgeeinrichtung. Für Petersen steht damit die berufliche Pflicht im Vordergrund: Wer in einem Geschäft arbeitet, soll dessen Waren verkaufen. Persönliches Mitleid darf seiner Auffassung nach nicht zulasten des Unternehmens gehen. Erika dagegen hält daran fest, dass sie richtig gehandelt hat. Sie kann nicht verstehen, warum sie sich für eine aus ihrer Sicht selbstverständliche menschliche Handlung rechtfertigen muss. Der Streit verschärft sich. Petersen droht ihr zunächst mit Entlassung, falls sich ein solcher Vorfall wiederholen sollte. Als Erika ihre Entscheidung weiterhin verteidigt, kündigt er ihr schließlich fristlos. Erika lässt sich davon nicht einschüchtern. Sie erklärt, dass auch das Arbeitsgericht bei dieser Angelegenheit noch mitzureden habe. Sie verlässt das Geschäft.
Am Abend wird der Vorfall zum Gesprächsthema in der Familie Petersen. Herr Petersen sitzt mit seiner Frau und seinem Sohn Horst beim Abendessen. Die Stimmung ist angespannt. Horst hat von der Entlassung der Verkäuferin erfahren und hält das Verhalten seines Vaters für falsch. Er kann nicht verstehen, warum eine Verkäuferin entlassen wird, weil sie einen Kunden vor dem Kauf ungeeigneter Schuhe bewahrt hat. Petersen versucht zunächst, seinem Sohn die wirtschaftliche Situation des Schuhgeschäfts zu erklären. Das Unternehmen habe sich immer auf hochwertige und entsprechend teure Schuhe spezialisiert. Doch die Lederpreise seien gestiegen, während die Umsätze zurückgingen. Deshalb habe er zusätzlich preiswerte Sonderangebote in sein Sortiment aufgenommen. Diese Schuhe seien durchaus modisch und für viele Kundinnen und Kunden geeignet. Schließlich brauche nicht jeder Schuhe, mit denen er durch Pfützen gehen könne. Horst lässt diese Erklärung nicht gelten. Für ihn bleibt entscheidend, dass der alte Mann ausdrücklich wasserfeste Schuhe gesucht hat. Er stellt seinem Vater eine grundsätzliche Frage: Verkauft er Schuhe, um Geld zu verdienen, oder damit die Menschen etwas Anständiges an den Füßen haben? Petersen antwortet: Beides. Damit ist der zentrale Konflikt ausgesprochen. Das Geschäft soll seinen Lebensunterhalt sichern, zugleich aber auch den Bedürfnissen seiner Kundschaft dienen. Im konkreten Fall lassen sich diese beiden Ziele offenbar nicht ohne Weiteres miteinander vereinbaren. Horst fragt seinen Vater, was er getan hätte, wenn er selbst den alten Mann bedient hätte. Petersen erklärt zunächst, dass er ihm die Schuhe für 89 Mark verkauft hätte. Schließlich habe der Kunde diese Schuhe ausdrücklich gewollt. Auf weiteres Nachfragen räumt er ein, dass er möglicherweise auf ihre geringere Strapazierfähigkeit hingewiesen hätte. Horst geht noch einen Schritt weiter: Hätte sein Vater dem Mann die teuren Schuhe für ungefähr 100 Mark überlassen, also nahezu zum Einkaufspreis? Darauf verweist Petersen erneut auf seine wirtschaftliche Verantwortung. Von dem Geschäft lebten er selbst, seine Frau, die Angestellten und nicht zuletzt auch sein Sohn. Horst wirft ihm vor, dass es ihm letztlich doch nur ums Geld gehe. Petersen empfindet diesen Vorwurf als ungerecht. Er möchte seinem Sohn begreiflich machen, dass ein Geschäft keine Wohlfahrtseinrichtung sei. Die Mutter versucht wiederholt, den Streit zu beruhigen. Sie möchte, dass die Familie endlich gemeinsam zu Abend isst, und erinnert daran, dass sie eigens einen Salat zubereitet hat. Doch der Konflikt lässt sich nicht einfach beiseiteschieben.
Plötzlich steht Horst vom Tisch auf und sucht nach einer Bibel. Seine Eltern sind verwundert. Sein Vater fragt spöttisch, ob in der Bibel etwa etwas über Schuhe stehe. Horst antwortet, dass dort jedenfalls etwas über Nächstenliebe zu finden sei. Er erinnert seine Eltern daran, dass sie regelmäßig zur Kirche gehen. Nun möchte er wissen, welche Bedeutung das, was sie dort hören, für ihr alltägliches Handeln hat. Besonders interessiert ihn die Geschichte vom barmherzigen Samariter und das Gebot, den Nächsten zu lieben wie sich selbst. Damit verändert sich das Familiengespräch. Es geht nicht mehr nur um die Frage, ob Erika als Verkäuferin richtig oder falsch gehandelt hat. Nun steht auch das religiöse Selbstverständnis der Familie zur Diskussion. Wer ist eigentlich mein Nächster? Welche Verpflichtungen erwachsen aus dem Gebot der Nächstenliebe? Und wie weit darf oder muss ein Mensch gehen, wenn er einem anderen helfen möchte? Petersen legt das Gebot anders aus als sein Sohn. Für ihn gehört zur Nächstenliebe auch die Selbstliebe. Ein Mensch müsse zunächst für sich selbst sorgen und dürfe nicht durch übertriebene Hilfsbereitschaft seine eigene Existenz gefährden. Aus seiner Sicht hätte Erika berücksichtigen müssen, dass ihr Arbeitsplatz und das wirtschaftliche Wohlergehen des Geschäfts auf dem Spiel stehen könnten. Wenn das Unternehmen scheitere, wären schließlich auch andere Menschen betroffen. Er erklärt außerdem, dass er durchaus bereit sei, Menschen in Not zu helfen. Er bezahle seine Steuern und spende bei Naturkatastrophen oder für wohltätige Zwecke. Daraus könne man ihm nicht den Vorwurf machen, er sei ein unmenschlicher Mensch. Doch er möchte selbst bestimmen, wann, wie und wem er hilft. Er sieht nicht ein, warum eine Angestellte auf seine Kosten Wohltätigkeit betreiben dürfe. Horst hält dagegen, dass es im konkreten Fall nur um ein einziges Paar Schuhe gegangen sei. Er kann nicht akzeptieren, dass wirtschaftliche Überlegungen jede andere RÜcksicht verdrängen sollen. Auch Petersens Frau zeigt Verständnis für Erika. Sie erkennt an, dass die Verkäuferin dem alten Mann helfen wollte. Außerdem bezweifelt sie, dass die fristlose Entlassung vor dem Arbeitsgericht Bestand haben wird. Der Abend endet ohne Einigung. Petersen fühlt sich von seiner Familie missverstanden, Horst hält an seiner Kritik fest, und die Mutter ist enttäuscht, dass das gemeinsame Essen wieder einmal im Streit endet.
Auch für Erika ist der Tag noch nicht zu Ende. Sie trifft ihren Verlobten Jan, mit dem sie offenbar bereits konkrete Pläne für ihre gemeinsame Zukunft geschmiedet hat. Die beiden wollen ein Haus bauen. Jan hat gerade die Baupläne erhalten und sich auf den gemeinsamen Abend gefreut. Er hat die Finanzierung bereits genau durchgerechnet. Mit seinem monatlichen Nettoeinkommen von etwa 2.100 Mark und Erikas Einkommen von etwa 1.400 Mark würden sie nach seiner Berechnung die Zinsen und die Tilgung bezahlen können. In ungefähr einem Jahr könnte das Haus bereits stehen. Doch nun erfährt er, dass Erika fristlos entlassen worden ist. Seine Freude schlägt in Enttäuschung und Wut um. Für ihn steht plötzlich die gesamte gemeinsame Zukunft auf dem Spiel. Jan wirft Erika vor, dass sie ihre Arbeitsstelle wegen einer völlig unnötigen Angelegenheit verloren habe. Er kann nicht begreifen, warum sie ihre wirtschaftliche Sicherheit für einen fremden alten Mann riskiert hat. Erika versucht ihn zu beruhigen. Vielleicht werde ihr Chef seine Entscheidung noch einmal überdenken. Und wenn nicht, könne sie immer noch vor das Arbeitsgericht gehen. Jan genügt diese Antwort nicht. Er sieht vor allem die finanziellen Folgen. Ohne Erikas Einkommen wird die Finanzierung des Hauses schwierig. Die sorgfältig ausgearbeiteten Baupläne erscheinen ihm nun beinahe wertlos. Erika ist ihrerseits verletzt. Sie hatte sich von ihrem Verlobten Verständnis und Unterstützung erhofft. Stattdessen macht er ihr Vorwürfe. Der Streit zeigt, dass es nicht nur um den verlorenen Arbeitsplatz geht. Auch die Beziehung der beiden wird durch Erikas Entscheidung auf die Probe gestellt.
Erika stellt ihrem Verlobten schließlich eine entscheidende Frage: Was hätte er an ihrer Stelle getan? Jan antwortet zunächst, dass er jedenfalls nicht entlassen worden wäre. Auf Erikas weiteres Drängen erklärt er, er hätte dem Kunden einfach gesagt, dass die gewünschte Schuhgröße nicht vorrätig sei. Damit wäre die Angelegenheit erledigt gewesen. Erika widerspricht. Der Mann habe Schuhe gebraucht und keine Ausreden. Sie wollte ihn nicht anlügen, sondern ihm tatsächlich helfen. Jan kann diese Haltung nicht nachvollziehen. Seiner Meinung nach hätte Erika sich überhaupt nicht in die Angelegenheit einmischen müssen. Sie hätte die gewünschten Schuhe verkaufen können. Wenn sie sich später als mangelhaft erwiesen hätten, hätte der Kunde sich beim Geschäftsinhaber beschweren können. Erika erinnert ihn daran, dass der Mann nicht viel Geld hatte und sich die teureren Schuhe nicht leisten konnte. Sie schildert, wie er allein im Geschäft gestanden und ihr vertraut hatte. Für sie war er nicht einfach irgendein Kunde. In der persönlichen Begegnung war er zu einem Menschen geworden, für dessen Wohlergehen sie sich mitverantwortlich fühlte. Jan sieht darin hingegen eine unnötige Verwicklung in fremde Angelegenheiten. Der Kunde sei schließlich nicht Erikas Verwandter oder Freund gewesen. Als Erika ihn fragt, ob ihm andere Menschen gleichgültig seien, weicht er einer eindeutigen Antwort aus. Auch er möchte sich offenbar nicht als jemand sehen, der einen hilfsbedürftigen Menschen bewusst schlecht behandelt. Aber er ist nicht bereit, deswegen seine eigenen Lebenspläne zu gefährden. Erika empfindet diese Haltung als mangelndes Verständnis für das, was ihr wirklich wichtig ist. Jan versucht schließlich, das Thema zu beenden. Er wendet sich wieder den Bauplänen zu und schlägt Änderungen an der Größe des Badezimmers und des Schlafzimmers vor. Doch Erika kann nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.
Der Streit erreicht seinen Höhepunkt, als Erika ihrem Verlobten zu erklären versucht, warum sie nicht anders handeln konnte. Sie sagt ihm, dass es in Wahrheit gar nicht um die Schuhe gehe. Der alte Mann habe ihr vertraut. Deshalb habe sie sich für ihn verantwortlich gefühlt. Sie hätte sich selbst nicht mehr in die Augen sehen können, wenn sie ihm wider besseres Wissen ungeeignete Schuhe verkauft hätte. Sie erklärt ausdrücklich, dass sie in einer vergleichbaren Situation wieder genauso handeln würde. Jan reagiert darauf mit wachsender Wut. Er deutet Erikas Verhalten nun als Egoismus. Sie wolle sich selbst ein gutes Gewissen bewahren und nehme dafür in Kauf, dass ihre gemeinsamen Zukunftspläne gefährdet werden. Sie denke an den alten Mann, aber nicht an ihn und nicht an das geplante Haus. Er wirft ihr vor, dass ihr letztlich das eigene moralische Selbstbild wichtiger sei als ihre Beziehung. Damit stehen zwei sehr unterschiedliche Vorstellungen von Verantwortung gegeneinander. Jan denkt vor allem an die Verantwortung innerhalb ihrer Partnerschaft. Die beiden wollen heiraten, gemeinsam ein Haus bauen und eine wirtschaftlich gesicherte Zukunft gestalten. Für ihn hätte Erika deshalb Rücksicht auf die gemeinsamen Pläne nehmen müssen. Erika sieht dagegen auch eine Verantwortung gegenüber Menschen, die ihr zufällig begegnen. Dass sie den alten Mann vorher nicht gekannt hat, macht seine Not für sie nicht weniger bedeutsam. Jan steigert sich in seine Vorwürfe hinein. Er bezeichnet ihr Verhalten als töricht und behauptet, sie werde auch in anderen Geschäften Schwierigkeiten bekommen, wenn sie sich weiterhin so verhalte. Schließlich fordert Erika ihn auf zu gehen. Jan verlässt die Wohnung im Zorn.
Wann bin ich Christ? Ein Mann überlegt, wie viel Zeit in seinem Leben eigentlich für das Christsein übrig bleibt. Er ist morgens Familienvater, tagsüber berufstätig, zwischendurch Arbeitskollege und abends vielleicht Erzieher, Sportler, Fernsehzuschauer oder Partner seiner Frau. Für das Christsein bleibt bei dieser Aufteilung scheinbar nur eine einzige Stunde in der Woche. Doch schließlich erkennt er, dass er falsch gefragt hat. Christsein ist keine zusätzliche Rolle neben den anderen Aufgaben des Lebens. Es muss sich mitten in ihnen verwirklichen. Es geht also nicht darum, neben Beruf, Familie und Freizeit noch etwas Zeit für die Religion zu reservieren. Vielmehr stellt sich die Frage, wie ein Mensch gerade in seinem Beruf, in seiner Familie und in seinen alltäglichen Begegnungen aus seinem Glauben heraus lebt. Damit kehrt der Film zu seiner Ausgangssituation zurück: Eine Verkäuferin steht vor der Entscheidung, ob sie einem Kunden die gewünschten Schuhe verkauft oder ihm aus menschlicher Verantwortung davon abrät. Eine scheinbar kleine Alltagssituation wird zur Frage nach der Glaubwürdigkeit des eigenen Christseins.