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Im Netz der unendlichen Liebe - Bildmeditation
Text: Matthäusevangelium 13, 47-48 - Übersetzung: Das Jesus-Evangelium
Womit soll ich die Gottesherrschaft vergleichen? Fischer ließen ein Schleppnetz hinab in den See. Es brachte Fische jeder Art zusammen. Als es gefüllt war, zogen sie es ans Ufer und setzten sich hin, um die Fische zu sortieren. Die Reinen unter ihnen warfen sie in Körbe, die Unreinen warfen sie zurück in den See.
Bildmeditation
Du stehst am Ufer.
Vor dir liegt das Netz.
Schwer ist es geworden.
Gefüllt.
Voll von Leben.
Du siehst die Fische -
vertraut, glänzend.
Und du siehst das Andere:
Fremde Formen, tastende Arme,
harte Schalen, weiche Körper.
Alles ist im Netz.
Nichts wurde ausgeschlossen.
Das Netz hat einfach gesammelt.
Und während du hinschaust,
spürst du:
So ist Gottes Blick.
Weit.
Offen.
Umfassend.
Er sammelt auch dich.
Nicht nur das, was an dir gelungen ist.
Nicht nur das, was du zeigen kannst.
Auch das Ungeordnete.
Auch das,
was du selbst kaum ansehen willst.
Alles ist im Netz seiner Liebe.
Bleibe einen Moment bei diesem Bild.
Sieh, wie das Licht über allem liegt.
Nicht nur über den Fischen.
Auch über den anderen.
Das Licht macht keinen Unterschied.
Du musst dich nicht zuerst sortieren,
um dazuzugehören.
Du bist schon im Netz.
Mit allem, was zu dir gehört.
Und auch der Mensch neben dir.
Und der, der dir fremd ist.
Und der, der dich verletzt hat.
Und der, den du nicht verstehst.
Alle sind im selben Netz.
Vielleicht legt sich
ein neuer Blick in dein Herz:
Ein Blick, der nicht trennt.
Ein Blick, der aushält.
Ein Blick, der Raum gibt.
Und leise wächst
ein Vertrauen:
Dass Gott sieht.
Dass Gott weiß.
Dass Gott alles ordnet.
Dass Gott alles heilt.
Du stehst am Ufer.
Vor dir das Netz.
In dir ein weiter werdendes Herz.
Und vielleicht
hörst du
eine leise Stimme:
'Hab keine Angst
vor der Weite meiner Liebe.
In ihr hat alles Platz.
Auch du
mit allem,
was du warst,
was du bist,
und was du sein wirst.