Herzregen
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Herzregen

Text: Matthäusevangelium 5, 17-20 - Übersetzung: Münchener Neues Testament

17 Meint nicht, dass ich kam, aufzulösen das Gesetz oder die Propheten; nicht kam ich aufzulösen, sondern zu erfüllen. 18 Amen, denn ich sage euch: Bis vergeht der Himmel und die Erde, nicht ein einziges Jota oder ein einziges Häkchen vergeht vom Gesetz, bis alles geschieht. 19 Wer immer also auflöst ein einziges dieser geringsten Gebote und lehrt so die Menschen, der Geringste wird er gerufen werden im Königtum der Himmel; wer aber immer es tut und so lehrt, dieser wird groß gerufen werden im Königtum der Himmel. 20 Denn ich sage euch: Wenn nicht überfließt eure Gerechtigkeit mehr als die der Schriftkundigen und Pharisaier, nicht werdet ihr hineingehen ins Königtum der Himmel.

Bildmeditation

Du siehst unten die Paragraphen.
Blatt über Blatt. Vorschrift über Vorschrift.
§ auf §.
Sie liegen dicht gedrängt,
fast wie ein Teppich aus Forderungen.
Ordnung. Struktur. Gesetz.

Und dann - von oben - eine Hand.
Keine Faust.
Keine drohende Geste.
Eine offene Hand.
Aus ihr fallen Herzen.
Nicht um die Paragraphen zu verbrennen.
Nicht um sie wegzuwischen.
Sondern um sie zu durchdringen.

'Ich bin nicht gekommen,
das Gesetz aufzuheben, sondern zu erfüllen.'
So sagt es Jesus.
Er stellt sich nicht gegen das Gesetz.

Die Paragraphen am Boden sind nicht böse.
Sie wollen schützen.
Sie wollen Ordnung schaffen.
Sie wollen Gerechtigkeit sichern.

Aber ohne Herz werden sie hart.
Ohne Liebe werden sie kalt.
Ohne Barmherzigkeit werden sie schwer.
Die Herzen fallen nicht als Ersatz.
Sie fallen als Erfüllung.

Darin liegt das Geheimnis des Wortes
'erfüllen':
Nicht abschaffen.
Nicht relativieren.
Sondern mit Sinn füllen.
Mit Geist füllen.
Mit Liebe füllen.