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Das Zeichen des Jona
Text: Matthäusevangelium 16, 1–4 - Einheitsübersetzung
1 Da kamen die Pharisäer und Sadduzäer zu Jesus, um ihn zu versuchen. Sie forderten von ihm, ihnen ein Zeichen vom Himmel zu zeigen. 2 Er antwortete ihnen: Wenn es Abend wird, sagt ihr: Es kommt schönes Wetter; denn der Himmel ist feuerrot. 3 Und am Morgen sagt ihr: Heute kommt schlechtes Wetter, denn der Himmel ist feuerrot und trübt sich ein. Das Aussehen des Himmels wisst ihr zu beurteilen, die Zeichen der Zeit aber könnt ihr nicht beurteilen. 4 Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Und er ließ sie stehen und ging weg.
Gottes Wort gibt Antwort auf unsere Fragen
Sie kommen zu Jesus mit ernsten Gesichtern. Gelehrte, Fromme, Wissende, Experten, die wie 'Gottesbesitzer' auftreten. Menschen, die den Himmel studieren wie ein Buch. 'Gib uns ein Zeichen', sagen sie, 'ein Zeichen vom Himmel. Einen klaren Beweis, der über jeden Zweifel erhaben ist.'
Jesus schaut sie an. Nicht vorwurfsvoll. Aber klar. Und er sagt zu ihnen: 'Am Abend sagt ihr: Es wird nächsten Tag schön, denn der Himmel ist rot. Und am Morgen: Heute wird es stürmisch, denn der Himmel ist düsterrot. Ihr könnt den Himmel lesen. Ihr kennt seine Farben, seine Zeichen. Ihr deutet Wolken und Wind. Aber euer Herz bleibt blind. Denn mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt. Durch ihn werden Blinde sehend, stehen Gebrochene auf, finden Verlorene zurück ins Leben. Gott ist euch nahe - nicht in Blitz und Donner, sondern in einem Menschen. Doch ihr schaut über ihn hinweg, weil er zu menschlich ist. Ihr wartet auf das Große und verpasst das Gegenwärtige. Ihr verlangt Zeichen und erkennt nicht, dass das Zeichen schlechthin mitten unter euch ist.'
'Diese Generation ist böse und ehebrecherisch', sagt Jesus. Es ist ein hartes Wort. Ein trauriges. Denn 'ehebrecherisch' heißt: Euer Herz ist nicht offen für den, der euch ewig liebt. Euer Herz misstraut. Es verlangt Beweise.
Und doch verspricht ihnen Jesus ein Zeichen. Das Zeichen des Jona. Jona - ein Mensch verschlungen von der Tiefe. Drei Tage verloren im Bauch eines Fisches. Und dann neu ans Licht geworfen. Ein Vorausbild. Denn auch Jesus wird hinabsteigen in die Nacht, in das Schweigen, in das Sterben. Und er wird zurückkehren. Nicht als Beweis, sondern als Leben. Das ist Gottes Zeichen. Nicht der Blitz am Himmel, sondern das Licht, das aus der Dunkelheit geboren wird. Nicht Macht, die überwältigt, sondern Liebe, die bleibt.
Und dann geht Jesus weg. Er lässt sie stehen. Keine Diskussion. Kein weiteres Wort. Gott drängt sich nicht auf. Er lädt ein. Er wartet.
Und wir? Wir stehen auch da mit unseren Zweifeln. Und vielleicht tragen wir dasselbe Verlangen in uns: 'Gott, beweise mir, dass es dich gibt! Zeige dich! Gib mir ein klares Zeichen. Ein sicheres. Ein unwiderlegbares.'
Und Gottes Antwort an uns heißt: 'Lerne zu schauen auf das Schöne und das Gute, das dir täglich begegnet, das du so oft erfährst! Schau auf die kleinen Dinge des Alltags, die dich berühren, durch die du Glücksmomente erfährst, die dich in Staunen versetzen. Das sind die Zeichen meiner Gegenwart, meiner Nähe und meines Wirkens in der Welt.'