Was du in dein Herz lässt
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Was du in dein Herz lässt

Text: Matthäusevangelium 16, 5-12 - Übersetzung: Elberfelderbibel

5 Und als seine Jünger an das jenseitige Ufer gekommen waren, hatten sie vergessen, Brote mitzunehmen. 6 Jesus aber sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer! 7 Sie aber überlegten bei sich selbst und sagten: Das sagt er, weil wir keine Brote mitgenommen haben. 8 Als aber Jesus es erkannte, sprach er: Was überlegt ihr bei euch selbst, Kleingläubige, weil ihr keine Brote habt? 9 Versteht ihr noch nicht, erinnert ihr euch auch nicht an die fünf Brote der Fünftausend, und wie viele Handkörbe ihr aufhobt? 10 Auch nicht an die sieben Brote der Viertausend, und wie viele Körbe ihr aufhobt? 11 Wie, versteht ihr nicht, dass ich nicht von Broten zu euch sprach? Hütet euch aber vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer! 12 Da verstanden sie, dass er nicht gesagt hatte, sich zu hüten vor dem Sauerteig der Brote, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.

Gottes Wort gibt Antwort auf unsere Fragen

Es ist eine kleine Szene. Ein Boot. Wasser ringsum. Und ein paar Männer, die plötzlich merken: Wir haben das Brot vergessen. Es ist, als würde die Sorge anklopfen. Nur so ein Gedanke, der sich einschleicht: Es könnte nicht reichen.

Und während sie noch darüber nachdenken, spricht Jesus. Ein Satz, der wie aus einer anderen Welt kommt: 'Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer.' Die Jünger schauen einander an. auerteig. Brot. Natürlich - das passt doch zusammen. Er meint das Brot. Er spricht davon, weil wir zu wenig haben. Und so beginnen sie zu reden, zu rechnen, zu überlegen. Zu wenig. Zu spät. Zu knapp.

Und mitten hinein in dieses Gedankenkreisen sagt Jesus - fast ein wenig traurig, fast ein wenig staunend: Habt ihr es noch nicht verstanden? Seid ihr noch 'blind'? Es ist, als würde er sagen: Ihr habt doch gesehen, wie aus wenig genug wurde. Wie fünf Brote sich in Fülle verwandelt haben. Wie sieben Brote gereicht haben für Tausende. Ihr habt doch gesehen, dass ich nicht rechne wie ihr. Warum also denkt ihr immer noch vom Mangel her?

Und dann wird es klarer. Denn Jesus sagt nicht: Hütet euch vor den Pharisäern und Sadduzäern. Er sagt: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer. Das ist ein Unterschied. Ein wesentlicher. Es geht ihm nicht um Abgrenzung und Verurteilung von Menschen. Es geht um das, was von ihnen ausgeht. Was sie sagen. Was sie tun. Was sie leben. Was sie in anderen verkünden.

Der Sauerteig - das ist ihre Art zu glauben. Eine Gesetzesreligion, die mehr fordert und kontrolliert als trägt. Eine Frömmigkeit, die nach außen glänzt, aber innen oft leer bleibt. Ein Gottesbild, das einengt statt befreit. Eine Sehnsucht nach Zeichen, die immer noch mehr verlangt - und doch nie zur Ruhe kommt. Und eine Haltung, die sich dem Neuen verschließt, die Jesu Gottesverkündigung nicht hören und annehmen will, weil sie das Gewohnte in Frage stellt. All das ist Sauerteig.

Und Jesus sieht, wie schnell so etwas Raum gewinnt. Wie schnell Vertrauen erstickt wird. Wie schnell das Herz enger wird. Wie schnell der Blick den Himmel verliert. Und darum sagt er nicht: 'Passt auf die anderen auf.' Er sagt: 'Passt auf euer Inneres auf.' Vielleicht sitzt du auch manchmal in diesem Boot. Mit Gedanken, die sich drehen. Mit einer Frömmigkeit, die schwer geworden ist. Mit einem Glauben, der fordert statt schenkt. Und vielleicht hörst du genau dann diese leise Stimme: Hüte dich. Nicht vor Menschen. Sondern vor dem, was dein Herz eng macht.

Auch das Vertrauen ist Sauerteig. Ein kleines, unscheinbares Beginnen. Ein leises 'Ich lasse los.' Ein 'Ich vertraue.' Und langsam beginnt etwas zu wachsen. Das ist die Verheißung: Du musst dein Leben nicht absichern. Du musst es nicht zusammenhalten. Du musst es nicht aus eigener Kraft tragen. Aber du darfst wählen, was in dir wirken darf.

Was du in dein Herz lässt, wird dein Leben durchziehen. Jesus sagt zu uns: 'Lass dich durchziehen von meinem Sauerteig, indem du dich ganz in mich hineinfallen lässt, mich und meine Gottesbotschaft aufnimmst in dein Herz und in Beziehung mit mir lebst.'

Texterläuterung Matthäus 16, 5–12