Augen, die die Würde des anderen sehen
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Zwischen zwei Blicken
entsteht ein heiliger Raum.
Kein Wort ist nötig -
nur Gegenwart,
nur Achtung und Wertschätzung.
Wer so sieht,
erkennt im anderen
das Bild Gottes.

Gott, der du aufrichtige Liebe bist,
du segnest diese Blicke,
die nicht festhalten,
sondern freilassen.
Die nicht besitzen,
sondern bejahen.
Du schenkst diesen zwei Menschen Augen,
die die Würde des anderen immer wieder neu entdecken.
Du schenkst ihnen ein Herz,
das treu sieht - und tief liebt.

Ungeteilt und unantastbar

Text: Matthäusevangelium 5, 27–28 und 31-32 - Übersetzung: Das Buch

27 Ihr kennt auch das Gebot: 'Du sollst keinen Ehebruch begehen.' 28 Ich sage euch jedoch: Jeder, der eine Frau auch nur so anschaut, als ob er sie sexuell in Besitz nehmen will, der hat in seinem Innersten schon Ehebruch begangen. 31 Im Buch Gottes steht geschrieben: 'Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr als Schutz einen Brief geben, der bestätigt, dass sie schuldlos geschieden ist.' 32 Aber ich sage euch klipp und klar: Wer seine Ehefrau wegschickt, ausser aus dem Grund, dass sie sexuell untreu war, der schickt sie in den Ehebruch. Und der Mann, der eine geschiedene Frau heiratet, bricht damit die Ehe.

Gottes Wort ist Liebesbotschaft an uns

Diese Jesusworte sind zu sehen auf dem Hintergrund der Rechte der Frauen zur damaligen Zeit in Israel und den Gott zugeschriebenen, tatsächlich aber von Männern verfassten und ausgelegten Ehe- und Scheidungsgesetzen.

Frauen hatten keine Rechte. Sie waren Eigentum des Mannes und deren Macht und Willkür ausgesetzt.

Nur der Mann durfte seiner Frau die Scheidungsurkunde ausstellen, sie ihm nicht. Beinah jeder beliebige Vorwand des Mannes genügte, um sich von seiner Frau scheiden zu lassen, z. B. eine jüngere und schönere Frau oder eine bessere Köchin oder so grotesk das Anbrennen von Speisen. Die verstoßene Frau galt nichts mehr in einer Gesellschaft, in der der Mann den Lebensunterhalt bestritt. Sie war mittellos, gesellschaftlich wie lebendig tot, und dazu verurteilt, mit Schimpf und Schande zu ihren Eltern zurückzukehren oder in Armut zu leben.

Wenn jemand beim Ehebruch erwischt wurde, war die Frau zu Tode zu steinigen.

Jesus schützte die Frauen und ihre Menschenwürde, die ungeteilt und unantastbar ist. Was durch die Brille von Gesetzesparagrafen angeschaut wurde, betrachtete Jesus mit Augen der Liebe.

Wer eine Frau oder einen Mann - egal ob in oder außerhalb der Ehe -, ein Mädchen oder einen Buben als Ding, Objekt, Sache, Spielzeug, Puppe, Ware, Gebrauchsgegenstand, Lust- oder Sexualobjekt sieht, nimmt ihr/ihm ihre/seine Würde, die sie/er von Gott erhalten hat, und setzt sich damit in Widerspruch zur Liebe. Wer eine Frau oder einen Mann - egal ob in oder außerhalb der Ehe -, ein Mädchen oder einen Buben zu seinem/ihrem Besitz und Eigentum macht, nimmt ihr/ihm seine Eigenständigkeit, Freiheit, Selbstbestimmung und widerspricht damit der Liebe. Denn der Mensch gehört niemals einem anderen Menschen, sondern ausschließlich sich selbst und Gott.

Immer weist uns Jesus entschieden, nachdrücklich und unmissverständlich - manchmal sehr provokant - darauf hin, dass das Fehlen der Liebe Schaden, Verlust an Leben, Unheil, Unglück, Zerstörung, 'Tod' für uns Menschen bedeutet.