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Das Reich Gottes stößt auf Gewalt bei denen, die es besitzen wollen - und entfaltet seine Kraft bei denen, die sich ihm ganz überlassen
Text: Matthäusevangelium 11, 12
Übersetzung: Einheitsübersetzung
Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt wird dem Reich der Himmel Gewalt angetan, und Gewalttuende reißen es an sich.
Übersetzung: Das Buch
Von dem Zeitpunkt an, als Johannes die Menschen als Zeichen ihrer Umkehr zu Gott im Wasser untertauchte, bis heute stürmen Menschen in die neue Wirklichkeit Gottes hinein. Sie wollen
unbedingt dabei sein und drängen sich mit aller Macht in sie hinein.
Bildmeditation
Wir schauen auf ein einziges Bild -
und sehen zwei Welten.
Links: Dunkelheit.
Rechts: Licht.
Links: ein Mann in Ketten.
Rechts: Menschen mit erhobenen Händen.
Links: Johannes der Täufer im Gefängnis.
Rechts: Jesus im Morgenlicht am offenen Tor.
Jesus spricht einen rätselhaften Satz.
Ein Satz - zwei mögliche Übersetzungen.
Ein Reich - zwei völlig verschiedene Reaktionen.
Erste Übersetzungsmöglichkeit:
'Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt
wird dem Reich der Himmel Gewalt angetan,
und Gewalttuende reißen es an sich.'
Wir schauen die linke Bildhälfte:
Johannes sitzt gefesselt auf dem Boden.
Nicht weil er Böses getan hätte.
Nicht weil er Menschen unterdrückt hätte.
Sondern weil er die Wahrheit gesagt hat.
Das Licht fällt nur schwach
durch das vergitterte Fenster.
Draußen stehen Bewaffnete.
Drinnen sitzt ein Prophet.
Das Reich Gottes ist nahe -
und wird nicht gefeiert,
sondern bedroht.
Das Himmelreich stößt auf Widerstand.
Nicht bei den Armen.
Nicht bei den Suchenden.
Sondern dort,
wo Macht gesichert werden soll,
wo Ordnung wichtiger ist als Wahrheit,
wo Gott besessen statt gesucht wird.
Wer Gott kontrollieren will,
empfindet seine Nähe als Bedrohung.
Darum wird der Bote gefesselt.
Darum wird das Wort eingesperrt.
Darum wird das Licht verdunkelt.
Nicht weil es böse ist -
sondern weil es frei macht.
Das Reich Gottes erleidet Gewalt.
Zweite Übersetzungsmöglichkeit:
'Von dem Zeitpunkt an,
als Johannes die Menschen
als Zeichen ihrer Umkehr zu Gott
im Wasser untertauchte,
bis heute stürmen Menschen
in die neue Wirklichkeit Gottes hinein.
Sie wollen unbedingt dabei sein
und drängen sich mit aller Macht in sie hinein.'
Nun wenden wir uns der rechten Bildhälfte zu:
Das Grab ist offen.
Licht strömt herein.
Jesus steht da - mit offenen Armen.
Und die Menschen,
die in Finsternis saßen
und in Todesschatten,
stehen auf.
Sie strecken ihre Hände aus,
als möchten sie dieses Licht ergreifen.
Das Reich Gottes ist nahe.
Das erschüttert manche.
Andere sehnen es herbei.
Es fordert Entscheidung,
Entschiedenheit im Innern.
Das Geheimnis des Bildes:
Beide Szenen gehören zusammen.
Johannes links - Jesus rechts.
Gefängnis - offenes Tor.
Ablehnung - Jubel.
Fessel - ausgestreckte Arme.
Das Reich Gottes
wird von manchen bekämpft,
weil es ihre Macht bedroht.
Und es wird von anderen mit Freude ergriffen,
weil es ihr Leben erfüllt.