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Die Wahrheit bleibt und siegt - Bildmeditation
Text: Matthäusevangelium 14, 1–12 - Einheitsübersetzung neu
1 Zu dieser Zeit hörte Herodes Antipas, der Fürst in jenem Teil des Landes, was sich die Leute von Jesus erzählten. 2 'Das ist der Täufer Johannes', sagte er zu seinem Gefolge. 'Er ist vom Tod auferweckt worden, darum wirken solche Kräfte in ihm.' 3 Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und gefesselt ins Gefängnis werfen lassen. Der Grund dafür war: Herodes hatte seinem Bruder Philippus die Frau, Herodias, weggenommen und sie geheiratet. 4 Johannes hatte ihm daraufhin vorgehalten: 'Das Gesetz Gottes erlaubt dir nicht, sie zu heiraten.' 5 Herodes hätte ihn deshalb gerne getötet; aber er hatte Angst vor dem Volk, das Johannes für einen Propheten hielt. 6 Als nun Herodes Geburtstag hatte, tanzte die Tochter von Herodias vor den Gästen. Das gefiel Herodes so gut, 7 dass er einen Eid schwor und ihr versprach, ihr alles zu geben, was sie sich wünschte. 8 Auf Anraten ihrer Mutter sagte das Mädchen: 'Gib mir hier auf einem Teller den Kopf des Täufers Johannes!' 9 Der König wurde traurig, aber weil er vor allen Gästen einen Schwur geleistet hatte, befahl er, ihr den Wunsch zu erfüllen. 10 Er schickte den Henker ins Gefängnis; der enthauptete Johannes. 11 Sein Kopf wurde auf einem Teller hergebracht und dem Mädchen überreicht. Das gab ihn weiter an seine Mutter. 12 Die Jünger von Johannes holten den Toten und begruben ihn. Danach gingen sie zu Jesus und berichteten ihm, was geschehen war.
Die Wahrheit bleibt und siegt - Bildmeditation
Ein Mensch sitzt im Dunkel.
Gefangen.
Gebunden.
Licht fällt in den Raum.
Durch ein kleines Fenster.
Es streift das Gesicht des Strafgefangenen,
berührt seine Augen.
Alles deutet hin auf Freiheitsentzug -
und doch liegt Freiheit in diesem Blick.
Eine innere Weite,
die keine Kette nehmen kann.
Johannes der Täufer.
Er lebt aus einer Freiheit,
die stärker ist als das,
was ihn festhält.
Dann der Saal.
Goldenes Licht.
Fließende Bewegungen.
Ein Tanz, der die Sinne füllt.
Blicke richten sich nach vorn.
Alles ist auf das gerichtet,
was glänzt,
was fasziniert, was begeistert.
Und doch liegt unter diesem Glanz
eine Spannung.
Etwas Unausgesprochenes.
Ein unauffälliger Riss im Bild.
Während vorne gefeiert wird,
geschieht im Hintergrund etwas anderes.
Ein Mann tritt aus dem Schatten.
In seinen Händen eine Schale.
Verhüllt.
Ein Menschenkopf darunter.
Kein Aufschrei.
Keine Unterbrechung.
Der Tanz geht weiter.
Und dann noch ein anderer Ort.
Menschen kommen zu Jesus.
Ihre Gesichter tragen Trauer,
Fassungslosigkeit, Schmerz.
Jesus hört.
Er weicht nicht aus.
Seine Hand ruht auf einem von ihnen.
Eine Geste,
die mehr sagt als viele Worte.
Nähe, die trägt.
Ein Raum, in dem Schmerz sein darf.
Durch alle vier Bilder
fließt eine Linie:
Das Licht im Gefängnis.
Der trügerische Glanz des Festes.
Der Schatten, in dem Unheil geschieht.
Die Nähe, in der Leid gehalten wird.
Die Wahrheit wird nicht ausgelöscht.
Sie verliert nicht ihre Kraft im Lärm.
Sie verschwindet nicht im Schatten.
Sie lebt weiter.
Im stillen Vertrauen eines Gefangenen.
In der Unruhe eines Festes.
In den Herzen derer, die betroffen sind.
Und in der Gegenwart Jesu.
Und die Wahrheit bleibt.
Und sie wird am Ende
über alle Lügen siegen.
Denn die Wahrheit
kommt von Gott.
Und Gott ist die Wahrheit.
Und wer in der Wahrheit bleibt,
bleibt in Gott.