Wege nach innen
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Wege nach innen

Wir leben in einer Welt voller Stimmen. Nachrichten, Termine, Erwartungen, Ablenkungen - alles zieht an uns, verlangt Aufmerksamkeit, will, dass wir reagieren. Oft sind wir so sehr im Außen beschäftigt, dass wir den inneren Raum, den Gott uns geschenkt hat, kaum noch betreten.

Das Bild zeigt uns einen Menschen, der auf einem Waldweg geht. Die Sonne bricht durch die Bäume, goldene Strahlen fallen auf seinen Weg. Es ist ein Sinnbild für den Weg nach innen. Denn dieser Weg ist kein äußerer, sondern ein innerer Pilgerweg - hinein in die Stille, hinein ins Herz, dorthin, wo Gott wohnt und wo wir selbst bei uns daheim sind.

Der Weg nach innen beginnt mit dem Anhalten. 'Halt an, wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir.' Dieses alte Wort des Mystikers Angelus Silesius erinnert uns daran: wir müssen nicht in ferne Länder reisen, nicht besondere äußere Erfahrungen suchen, um Gott zu begegnen. Der erste Schritt nach innen ist, still zu werden. Anzuhalten. Atem zu holen. Den Lärm der Welt abzuschalten.

Der Weg nach innen führt durch Dunkel und Licht. Auf dem Bild sehen wir den Wanderer im Schatten. Doch vor ihm öffnen sich Strahlen des Lichts. So ist es auch in unserer Seele: wir tragen Schatten in uns - Ängste, Sorgen, Verletzungen. Aber gerade durch diese Schatten hindurch bricht Gottes Licht. Auf dem inneren Weg dürfen wir nichts verdrängen, sondern wir lernen, auch Dunkelheit anzuschauen - im Vertrauen, dass das Licht stärker ist.

Der Weg nach innen ist ein Weg zur Begegnung. Im Innersten unserer Seele wohnt nicht Leere, sondern Gegenwart. Dort wohnt Christus, das göttliche Licht, die Quelle aller Liebe. Wer nach innen geht, der begegnet dem lebendigen Gott - nicht als Theorie, nicht als abstrakte Idee, sondern als Gegenwart, die tröstet, heilt und stärkt.

Der Weg nach innen macht frei fürs Außen. Und doch: Der innere Weg ist nie Selbstzweck. Wer wirklich in sich hineingeht, kommt verwandelt wieder heraus. Wer bei Gott verweilt, der findet neue Kraft, dem Nächsten zu dienen. Aus der Stille erwächst Verantwortung. Aus der Begegnung mit Gott wächst Liebe zu sich selbst und zu allen Geschöpfen.