Kindliches Urvertrauen
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Kindliches Urvertrauen zum mütterlich und väterlich ewig Liebenden - Mitte des Glaubens

Text: Matthäusevangelium 7, 21-23 - Übersetzung: Das Buch

21 Längst nicht alle, die mich mit feierlichen Worten anrufen und 'Herr, Herr!' sagen, werden Anteil haben an der neuen Wirklichkeit Gottes. Aber wer den Willen meines Vaters, der über allem thront, tut, der wird erleben, wie Gottes gute Herrschaft anbricht. 22 An dem Tag werden viele zu mir sagen: 'Herr, Herr! Wir haben doch großartige Dinge verkündet in deinem Namen, ja sogar prophetisch geredet! Wir haben doch die zerstörerischen Geister vertrieben in deinem Namen! Wir haben doch kraftvolle Wunder bewirkt in deinem Namen!' 23 Doch dann werde ich ihnen feierlich erklären: 'Ich kenne euch überhaupt nicht! Ihr und ich, wir hatten noch nie etwas miteinander zu tun! Weg mit euch! Denn ihr habt in Wirklichkeit das getan, was Gottes Willen genau entgegengesetzt ist.'

Texterläuterung

1. Jesus ruft nicht zur Leistung, sondern zur Beziehung

Jesus kritisiert nicht das Handeln an sich. Aber er macht deutlich: Glaube beginnt nicht außen, sondern innen. Er ist keine religiöse Pflichtübung, sondern eine innere Bindung: wie ein Kind, das sich an die Hand der Mutter legt, wie ein Kind, das dem Vater vertraut, auch wenn es den Weg nicht versteht. Aus dieser tiefen Verbindung entsteht alles Weitere - ganz natürlich.

2. Gott erkennen - nicht nur über ihn sprechen

'Ich kenne euch nicht' bedeutet: Es fehlt die tiefe Herzensverbindung. Jemand spricht über Gott, handelt im Namen Gottes - ist aber nicht bei Gott zuhause. Echte Gottesbeziehung heißt: sich bergen in Gottes Liebe, sich anvertrauen, loslassen, sich tragen lassen - wie ein Kind auf dem Arm eines Elternteils, sich fallen lassen in Gottes Hände.

3. Aus Beziehung wächst das Tun - nicht umgekehrt

Wenn ein Kind seine Eltern liebt und ihnen vertraut, folgt es nicht aus Zwang, sondern aus Sicherheit. So entsteht auch gelebter Glaube: nicht aus Druck, nicht aus Angst, sondern aus Vertrauen und Nähe. Das Tun des Willens Gottes ist Frucht einer Beziehung, nicht ihre Bedingung. Worte und Handlungen bekommen erst dann Gewicht, wenn zuerst das Herz mit Gott verbunden ist.

4. Jesus spricht wie ein Vater zu seinen Kindern

Darum ist das Evangelium keine Drohbotschaft, sondern eine Liebeserklärung: 'Komm, vertrau dich mir an. Bleib in meiner Liebe. Nicht dein perfektes Tun zählt, sondern dass du bei mir bist.'

Zusammengefasst:

Es geht um einen inneren Akt des Herzens. Um eine kindliche, vertrauensvolle Bindung an Gott. Aus dieser Beziehung wächst echtes Handeln - nicht andersherum. Wo diese Verbindung besteht, wird Glaube echt, lebendig und frei. Oder mit den Worten Jesu: 'Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht ins Reich Gottes kommen.'

→ Glaube ist Beziehung.

Gottes Wort ist Licht auf unserem Weg

Die Menschen, von denen Jesus spricht, sind aktiv. Sie reden in seinem Namen, tun Großes. Und doch sagt er: 'Ich kenne euch nicht.' Damit meint Jesus: Es gibt keine echte Herzensbeziehung zwischen uns. Ihr arbeitet in meinem Namen - aber lebt nicht in tiefer, inniger Beziehung mit mir. Ihr handelt in meinem Namen - aber vertraut nicht auf mich. Darauf aber kommt es an. Glaube beginnt nicht bei den frommen Leistungen, bei großen Taten, sondern bei der inneren Verbundenheit mit Gott, beim kindlichen Urvertrauen auf ihn.

Die Beziehung zu Gott ist kein kompliziertes theologisches Konstrukt. Jesus vergleicht sie immer wieder mit dem Vertrauen eines Kindes zu seiner Mutter oder zu seinem Vater. Ein Kind muss sich nicht anstrengen, um geliebt zu werden. Es vertraut. Es legt seine Hand in die des Vaters. Es darf schwach sein. Es darf getragen werden. So eine Beziehung meint Jesus. Eine Beziehung des Herzens - kein Vertrag, keine Leistung, keine Fassade.

Jesus lehnt das Tun nicht ab. Aber er macht klar: Das Tun ist nicht der Anfang, sondern die Frucht. Am Anfang steht das kindliche Urvertrauen zu Gott, kindliches Urvertrauen in seine ewige mütterliche und väterliche Liebe. Wer sich geliebt weiß, kann lieben. Wer sich getragen weiß, kann tragen. Wer dagegen nur die äußere Form wahrt, kann leicht in die Selbsttäuschung geraten: viele Worte, viel Aktivität - aber kein innerer Halt.

'Ich kenne euch nicht.' Dieser Satz klingt wie ein Urteil. Aber eigentlich ist er ein Spiegel. Er lädt ein zur ehrlichen Frage: Lebe ich wirklich in einer tiefen Beziehung zu Gott? Oder fülle ich mein Glaubensleben mit Worten und Aktivitäten, hinter denen kein Herzschlag mehr spürbar ist? Jesus ruft auf zur Rückkehr zur Quelle, zurück zu dem kindlichen Urvertrauen, das alles trägt.

Glaube ist ein Herzensakt.
Glaube heißt nicht, perfekte Leistungen zu bringen.
Glaube heißt: mein Herz in Gottes Hände legen.
Glaube heißt: vertrauen wie ein Kind, das auf dem Arm seiner Eltern ruht.
Aus diesem Vertrauen wächst alles andere.

'Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.' Wer in dieser Verbindung lebt, braucht keine Angst vor Jesu Worten zu haben.