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Text: Matthäusevangelium 7, 21–23 - Übersetzung: Elberfelder Bibel
15 Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe. 16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? 17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte. 18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch (kann) ein fauler Baum gute Früchte bringen. 19 Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 20 Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
Gottes Wort ist Licht auf unserem Weg
Die Menschen, von denen Jesus spricht, sind aktiv. Sie reden in seinem Namen, tun Großes. Und doch sagt er: 'Ich kenne euch nicht.' Damit meint Jesus: Es gibt keine echte Herzensbeziehung zwischen uns. Ihr arbeitet in meinem Namen - aber lebt nicht in tiefer, inniger Beziehung mit mir. Ihr handelt in meinem Namen - aber vertraut nicht auf mich. Darauf aber kommt es an. Glaube beginnt nicht bei den frommen Leistungen, bei großen Taten, sondern bei der inneren Verbundenheit mit Gott, beim kindlichen Urvertrauen auf ihn.
Die Beziehung zu Gott ist kein kompliziertes theologisches Konstrukt. Jesus vergleicht sie immer wieder mit dem Vertrauen eines Kindes zu seiner Mutter oder zu seinem Vater. Ein Kind muss sich nicht anstrengen, um geliebt zu werden. Es vertraut. Es legt seine Hand in die des Vaters. Es darf schwach sein. Es darf getragen werden. So eine Beziehung meint Jesus. Eine Beziehung des Herzens - kein Vertrag, keine Leistung, keine Fassade.
Jesus lehnt das Tun nicht ab. Aber er macht klar: Das Tun ist nicht der Anfang, sondern die Frucht. Am Anfang steht das kindliche Urvertrauen zu Gott, kindliches Urvertrauen in seine ewige mütterliche und väterliche Liebe. Wer sich geliebt weiß, kann lieben. Wer sich getragen weiß, kann tragen. Wer dagegen nur die äußere Form wahrt, kann leicht in die Selbsttäuschung geraten: viele Worte, viel Aktivität - aber kein innerer Halt.
'Ich kenne euch nicht.' Dieser Satz klingt wie ein Urteil. Aber eigentlich ist er ein Spiegel. Er lädt ein zur ehrlichen Frage: Lebe ich wirklich in einer tiefen Beziehung zu Gott? Oder fülle ich mein Glaubensleben mit Worten und Aktivitäten, hinter denen kein Herzschlag mehr spürbar ist? Jesus ruft auf zur Rückkehr zur Quelle, zurück zu dem kindlichen Urvertrauen, das alles trägt.
Glaube ist ein Herzensakt.
Glaube heißt nicht, perfekte Leistungen zu bringen.
Glaube heißt: mein Herz in Gottes Hände legen.
Glaube heißt: vertrauen wie ein Kind, das auf dem Arm seiner Eltern ruht.
Aus diesem Vertrauen wächst alles andere.
'Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.' Wer in dieser Verbindung lebt, braucht keine Angst vor Jesu Worten zu haben.