Halt an wo läufst du hin
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Halt an wo läufst du hin

'Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir. Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.' Dieser alte mystische Satz ist wie ein Spiegel, der uns zeigt, wie sehr wir oft getrieben sind. Wir laufen, suchen, hetzen - immer irgendwohin. In die Arbeit, in Verpflichtungen, in Ablenkungen. Wir hoffen, dass wir irgendwo draußen finden, was unsere Sehnsucht stillt.

Doch dieser Satz ruft uns zu: Halt an! Stopp dein Rennen. Atme. Werde still. Denn der Himmel, nach dem du dich sehnst, ist nicht erst weit entfernt, nicht erst nach langen Reisen, nicht erst nach großen Leistungen. Der Himmel ist schon in dir.

Jesus selbst hat gesagt: 'Das Reich Gottes ist inwendig in euch.' (Lk 17,21) Er hat damit nicht ein fernes Paradies beschrieben, das erst nach dem Tod erreichbar wäre, sondern eine Wirklichkeit, die jetzt schon in dir wohnt. In deinem Herzen. In deiner Sehnsucht.

Warum aber suchen wir so oft draußen? Weil wir glauben, wir müssten Gott in großen Erfahrungen, in sichtbaren Erfolgen oder an besonderen Orten finden. Wir meinen, es brauche eine Wallfahrt, eine große Vision, ein überwältigende Erlebnis, eine wundersame Erfahrung. Aber solange wir Gott anderswo suchen, verfehlen wir ihn. Denn Gott hat immer schon Wohnung genommen in uns.

Der Mystiker Meister Eckhart sagt: Gott ist in mir, mehr als ich selbst es bin.' Das klingt paradox, ist aber tief wahr: Gott ist uns näher, als wir uns selber nahe sein können.

Wenn du still wirst, wenn du innehältst, kannst du diesen Himmel in dir entdecken. Manchmal ganz leise, wie ein Atemhauch. Manchmal als plötzliche Klarheit: Ich bin getragen. Ich bin geborgen. Ich bin nicht verloren.

Darum: Wenn dich Sorgen zerreißen, halte an. Wenn du getrieben bist, stoppe dein Rennen. Wenn du dich suchst, kehre heim in dein Herz. Denn dort, wo du dich selbst in der Tiefe findest, da findest du auch Gott, da findest du wahren Sinn, wahre Freude, wahren Frieden.

'Halt an, wo läufst du hin?' - Das ist nicht Vorwurf, sondern Einladung. Einladung, nicht länger draußen zu suchen, sondern innen zu finden. Und das Wunder: Wer Gott im eigenen Herzen entdeckt, sieht ihn dann auch draußen, überall - in den Gesichtern der Menschen, in der Schönheit der Welt, in jedem Atemzug.

So beginnt Himmel. Schon hier. Schon jetzt. Mitten in dir.