Trösten
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Ein Kind legt seinen Arm um das andere,
das in Tränen versunken ist.
Kein großes Wort, kein Rat - nur stille Nähe.
Trost geschieht hier leise, unscheinbar, fast unsichtbar.
Nicht das Leid wird weggenommen, sondern es wird getragen.
Eine kleine Hand, die umschließt - ein Blick, der hält.
So ist Trost:
Er verlagert die Last von den eigenen Schultern
in eine gemeinsame Mitte.
Er schenkt Geborgenheit in der Dunkelheit.
Er sagt: Du bist nicht allein.
In dieser kindlichen Geste schimmert etwas von Gottes Wesen auf.
Denn Gott ist Trost - ewiger Trost.
Er beugt sich zu uns, wenn wir weinen,
er bleibt an unserer Seite,
wenn die Nacht nicht enden will.
Und er hält uns, bis wir wieder aufatmen können.
Trost ist das stille Wunder, das Leben neu möglich macht.

Gott, von dem aller Trost kommt

Text: 2. Korintherbrief 1, 3-4 - Übersetzung: Das Buch

3 Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn, des Messias Jesus! Er ist der Vater, der von herzlichem Erbarmen bewegt wird, ja, der Gott, von dem aller Trost kommt. 4 In all unserer Bedrängnis steht er uns bei, sodass wir in der Lage sind, auch anderen beizustehen, und zwar durch die Ermutigung, mit der wir selbst von Gott ermutigt werden.

Gottes Wort ist für uns Trostbotschaft

Wir alle kennen das Bedürfnis nach Trost. Jeder von uns erlebt Momente von Schmerz, Trauer, Verzweiflung. Dann sehnen wir uns nach einem Wort, nach einer Hand, nach einer Nähe, die uns wieder leben lässt.

Doch: menschlicher Trost bleibt brüchig. Manchmal helfen Worte nur ein wenig - manchmal gar nicht. Darum richtet sich unser Blick auf Gott, von dem die Bibel sagt: 'Er ist der Gott, von dem aller Trost kommt.'

Was bedeutet 'Trost'?

Das Wort 'Trost' kommt vom Althochdeutschen trost. Es bedeutet ursprünglich: Halt, Festigkeit, Stärkung. Trost heißt also nicht: Leid wegreden. Trost heißt: Kraft schenken, damit man es tragen kann. Und in der Bibel ist Trost immer die Nähe Gottes. Eine Nähe, die uns hält, ermutigt und begleitet - selbst mitten im Dunkel.

In seinem Brief an die Christengemeinde von Korinth sagt Paulus nicht: Gott bewahrt uns vor Leid. Er sagt: Gott ist bei uns im Leid. Und er tröstet uns so sehr, dass wir selbst fähig werden, andere zu trösten.

Im Alten Testament lesen wir: 'Tröstet, tröstet mein Volk!' (Jesaja 40,1). Im Psalm 23 betet ein Mensch zum Guten-Hirten-Gott: 'Dein Stock und Stab trösten mich.' Und im Neuen Testament begegnet uns Jesus - der menschgewordene Trost Gottes. Er weint am Grab seines Freundes Lazarus. Er sagt: 'Selig sind, die das Leid und den Schmerz anderer und leidvolle Zustände in der Welt in ihr Herz hineinlassen, sie werden getröstet werden.' Und sterbend am Kreuz zeigt uns Jesus: Selbst im tiefsten Dunkel ist Gottes Trost da - in der Hoffnung auf Auferstehung.

Paulus beschreibt den Kreislauf des Trostes: Trost fließt weiter. Wir empfangen ihn von Gott. Sein Trost stärkt uns, andere zu trösten. Und wenn wir andere ermutigen, wächst auch unser eigener Trost. Trost ist kein Besitz. Trost ist ein Strom, der weitergegeben wird. Er vermehrt sich, indem er geteilt wird.

Gottes Trost endet nicht mit dem Ende des Lebens und dem Ende der Welt. In der Offenbarung des Johannes heißt es: 'Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Der Tod wird nicht mehr sein. Kein Leid, kein Geschrei, kein Schmerz wird mehr sein.' (Offb 21,4) Das ist der letzte Trost: Nicht nur Worte - sondern eine neue Wirklichkeit. Ein Trost, der ewig hält.

Trost ist nicht Vertröstung. Trost ist die Nähe Gottes - heute, hier, mitten in unserer Not. Wir empfangen ihn, damit wir selbst Tröster werden. So geschieht, was Paulus schreibt: Wir teilen Gottes Trost - und er wird größer.