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Ein Kind drückt sein Tierchen an sich,
Menschen umarmen sich,
eine alte Hand wird von einer jungen gehalten.
Überall dasselbe Muster:
Nähe, Wärme, Vertrauen.
Diese Gesten sprechen ohne Worte.
Sie sagen: 'Du bist nicht allein.'
Sie sagen: 'Ich lasse dich nicht fallen.'
Sie sagen: 'Du darfst schwach sein,
und gerade darin bist du geliebt.'
So ist Gott:
Wie eine Mutter, die ihr Kind an die Brust drückt.
Wie ein Vater, der mit seiner Hand den Weg weist und zugleich hält.
Wie ein Freund, der in der dunkelsten Stunde da ist.
Die Zärtlichkeit Gottes hat keine Grenzen.
Sie trägt durch Kindheit und Jugend,
durch Freundschaft und Liebe, durch Krankheit und Alter.
Sie umfängt die ganze Spanne des Lebens.
Sie hört nicht auf, wenn unsere Kräfte schwinden,
sondern hält uns umso fester.
Wenn wir diese Bilder anschauen, dürfen wir ahnen:
So wie hier ein Mensch dem anderen Halt gibt,
so hält Gott uns alle - zärtlich, sanft, ewig.
Seine Nähe verwandelt Angst in Vertrauen,
Härte in Milde,
Einsamkeit in Geborgenheit.
Gott ist ewige Zärtlichkeit.
Wer sich in seine Zärtlichkeit fallen lässt,
findet Trost, Kraft - und Frieden.
Gott ist ewige Zärtlichkeit
Zärtlichkeit ist mehr als ein Gefühl. Sie ist eine Sprache - die Sprache der Nähe, des Trostes, des Verstehens. Sie ist die stille Hand auf der Schulter, der sanfte Blick, das geduldige Zuhören. Wenn wir einen Menschen zärtlich berühren, dann sagen wir: 'Du bist wertvoll. Du bist sicher. Du darfst so sein, wie du bist.' Und genau so begegnet uns Gott. Nicht zuerst als der, der fordert, sondern als der, der uns hält.
In Jesus von Nazareth wird die Zärtlichkeit Gottes sichtbar. Wir sehen sie, wenn er die Kinder segnet. Wir spüren sie, wenn er die Kranken berührt. Wir hören sie, wenn er sagt: 'Kommt zu mir! Alle, die ihr am Ende seid, abgearbeitet und mutlos: Ich will euch Erholung und neue Kraft schenken.' (Matthäusevangelium 11, 28) Jesus zeigt, dass Gott nicht fern und unnahbar ist, sondern ein Gott, der sich einfühlt und uns versteht. Franziskus von Rom nennt Jesus 'das Antlitz der Barmherzigkeit' - und ich möchte hinzufügen: das Antlitz der Zärtlichkeit Gottes.
Unsere menschliche Zärtlichkeit ist oft begrenzt. Sie endet an unserer Müdigkeit, an unseren Verletzungen, manchmal auch an unserer eigenen Härte. Aber Gottes Zärtlichkeit ist ewig. Sie hört nicht auf. Sie ist nicht stimmungslabil, sie wechselt nicht wie die Gefühle. Gott kennt unsere Zerbrechlichkeit - und genau deswegen begegnet er uns mit unerschöpflicher Zärtlichkeit.
Zärtlichkeit ist nicht Schwäche. Sie ist eine Kraft, die heilt. Eine zärtliche Berührung kann mehr bewirken als viele Worte. Sie kann verhärtete Herzen öffnen, zerbrochene Herzen heilen. Wenn wir uns von der Zärtlichkeit Gottes anrühren lassen, dann werden wir syelbst fähig, zärtlich mit anderen umzugehen - mit den Menschen, die uns anvertraut sind, mit der Schöpfung, und nicht zuletzt mit uns selbst.