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Gottesverkündigung Jesu - Maßstab christlicher Gottesverkündigung
Text: Matthäusevangelium 7, 15–20 - Übersetzung: Elberfelder Bibel
15 Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe. 16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? 17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte. 18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch (kann) ein fauler Baum gute Früchte bringen. 19 Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 20 Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
Gottes Wort schenkt uns Orientierung
Die Gottesverkündigung Jesu ist das Zentrum seines öffentlichen Wirkens. Sie prägt das Neue Testament und ist Kern der christlichen Botschaft.
Wenn Jesus von Gott spricht, dann nicht wie ein Theoretiker, der über ein fernes Wesen philosophiert. Er spricht wie einer, der einen Freund vorstellt, einen Vater, eine Mutter, eine lebendige Gegenwart. Seine ersten Worte im Evangelium klingen schlicht: 'Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium.' Gott ist nicht fern, nicht verschlossen im Himmel, nicht verborgen hinter Riten oder Mauern. Er ist da, mitten in unserem Herzen - in unserem Alltag, in unseren Begegnungen, in allem, was lebt.
Jesus verkündet keinen strafenden Gott, keinen, der Menschen kleinmacht oder in Angst hält. Er verkündet einen barmherzigen Gott. Er wendet sich den Schwachen, den Armen, den Kranken, den Verachteten, den Ausgestßenen den Verlorenen zu. Gottes Herz schlägt nicht für die Starken, die sich selbst genügen, sondern für alle, denen das Leben übel mitspielt. Wer meint, alles im Griff zu haben, wird an Gottes Liebe vorbeisehen. Wer aber das Herz öffnet, wird sie spüren.
Jesus spricht vom Reich Gottes nicht als Machtapparat, nicht als Institution, sondern als Weg. Ein Weg, der wie ein kleines Senfkorn beginnt, - unscheinbar, zart, kaum beachtet. Aber wer ihm Raum gibt, erlebt, wie es wächst, trägt und verwandelt. Das Reich Gottes kommt nicht durch Gewalt oder Durchsetzung. Es wächst, wo Menschen sich selbst annehmen lernen und einander mit Liebe begegnen, wo Vergebung geschieht.
Jesus verkündet das Reich in Zeichen und Taten: Heilungen, Dämonenaustreibungen, Mahlgemeinschaft mit Ausgegrenzten. Wo Jesus auftritt, brechen Fesseln, Menschen werden wieder ganz. Das Reich Gottes zeigt sich im konkreten Leben: in Menschlichkeit, Heil, Versöhnung.
In der Bergpredigt fasst Jesus zusammen, was das Reich Gottes ausmacht: Gewaltfreiheit, Barmherzigkeit, Demut, Liebe zu den Feinden, Verzicht auf Richten und Vergelten. Maßstab ist nicht die Macht, sondern die Liebe.
Jesu Botschaft zielt nicht auf äußere Fassaden, nicht auf religiöse Show und Events. Er ruft zur Umkehr - zu einer tiefen Veränderung des Herzens: weg von Angst, Härte und Selbstgerechtigkeit - hin zu Vertrauen, Weite und Liebe. Das Entscheidende ist nicht, was wir sagen, sondern wie wir leben.
Als Jesus gefragt wurde, was das Wichtigste und das Größte sei, antwortete er: 'Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben ... und deinen Nächsten und dich selbst.' Hier ist alles zusammengefasst: Glaube ist keine Theorie, sondern Beziehung. Gott lieben heißt: das Leben achten, Menschen nicht verurteilen, Versöhnung suchen, wo Trennung herrscht.
Jesu Gottesverkündigung ist Frohbotschaft. Sie befreit - sie macht nicht klein. Wo Glaube Angst erzeugt, wo Religion Druck macht, wo Gott als Waffe benutzt wird - da ist nicht die Botschaft Jesu. Er sagt: 'Fürchtet euch nicht.' 'Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt; ich will euch erquicken.' Gott unterwirft nicht, sondern richtet auf. Er schenkt Würde.
Niemand kann Gott für sich pachten. Nicht Kirchen, nicht Gruppen, nicht Einzelne. Gottes Geist weht, wo er will. Seine Liebe kennt keine Mauern, keine Grenzen, keine Bedingungen. Glaube im Sinne Jesu heißt: Leben aus der Quelle der Liebe. Nicht andere bekehren, sondern selbst verwandelt werden. Nicht Druck ausüben, sondern Raum öffnen.
Jesu Gottesverkündigung durchbricht Grenzen: soziale, religiöse, kulturelle. Sie gilt allen Menschen. Gott ist nicht exklusiv an eine Gruppe gebunden - alle sind eingeladen.
Jesu Gottesverkündigung ist keine Drohbotschaft. Sie ist Einladung ins Leben. Einladung, das Herz zu öffnen, sich dem Vertrauen zu stellen, der Liebe Raum zu geben.
Jesus verkündet nicht nur mit Worten, er lebt, wovon er spricht. Sein Lebensstil - Einfachheit, Nähe zu den Menschen, Gewaltfreiheit - ist selbst Botschaft. Bis zum Kreuz bleibt er seiner Botschaft treu: Liebe auch in der Ohnmacht.