Der ehemals Aussätzige erzählt
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Der ehemals Aussätzige erzählt von seiner heilenden Jesus-Begegnung

Text: Matthäusevangelium 8, 1–4 - Übersetzung: Das Buch

1 Als Jesus dann vom Berg herunterkam und die Menschenmassen ihm auf dem Fuß folgten, 2 geschah es: Ein Mann, der völlig vom Aussatz entstellt war, stürzte auf Jesus zu. Er warf sich vor ihm auf den Boden nieder und sagte: 'Herr! Wenn du willst, kannst du mich wieder ganz und gar gesund machen!' 3 Da streckte Jesus seine Hand aus, berührte ihn und sagte: 'Ich will es so! Du sollst wieder gesund sein!' Sofort verschwand der Aussatz und der Mann hatte wieder eine ganz reine und gesunde Haut. 4 Danach sagte Jesus zu ihm: 'Sieh zu, dass du ja niemandem erzählst, was geschehen ist! Begib dich aber zum Priester und lass ihn dich untersuchen. Nimm eine Opfergabe mit, wie es im Gesetzbuch des Mose für solche Fälle angeordnet ist. Das wird für sie ein deutliches Zeichen sein, das sie zum Nachdenken bringen kann.'

Er erzählt

Hin und wieder kehre ich zurück an den Ort meiner heilenden Jesus-Begegnung.

Damals, vor ein, zwei Jahren, war ich ein Mensch außerhalb der Welt. Aussatz macht dich nicht nur krank, er macht dich unsichtbar. Ich lebte jenseits der Wege, jenseits der Berührungen, jenseits der Namen. Wenn Menschen kamen, musste ich rufen: Unrein! - damit sie Abstand hielten. Man gewöhnt sich an vieles. Auch daran, dass niemand dich ansieht.

Dann kam Jesus.

Ich weiß noch, wie ich mich ihm näherte. Nicht aus Mut, eher aus Verzweiflung. Ich fiel vor ihm nieder und sagte nur diesen einen Satz, der alles enthielt, was ich noch hatte: Wenn du willst, kannst du mich rein machen. Ich habe nicht gesagt: Du musst. Ich habe nicht gefordert. Ich habe mich ihm anvertraut.

Was dann geschah, hat mein Leben verwandelt. Er streckte die Hand aus. Er berührte mich. Niemand hatte mich seit Jahren berührt. Diese Hand war warm, fest, ohne Zögern. er umarmte mich und sagte: Ich will es. Werde rein.

Der Aussatz wich. Nicht langsam, nicht symbolisch. Wirklich. Mein Körper wurde heil. Aber das war nicht alles. Er schickte mich weg. 'Sag es niemandem', sagte er. 'Zeig dich dem Priester.' Das war schwerer, als man denkt. Wenn du jahrelang unsichtbar warst, willst du gesehen werden. Du willst erzählen. Du willst schreien: Ich lebe!

Aber ich ging. Der Priester bestätigte meine Reinheit. Ich durfte zurückkehren. In die Stadt. Zu Menschen. In Häuser. An Tische.

Die eigentliche Heilung begann erst danach. Ich musste lernen, wieder Nähe auszuhalten. Menschen zu berühren - und berührt zu werden. Ich musste lernen, dass meine Geschichte nicht nur aus Krankheit besteht. Manche sahen mich an, als wäre ich ein Wunder auf Beinen. Andere sahen immer noch den Aussätzigen in mir. Beides war schwer.

Heute lebe ich wieder unter Menschen. Ich arbeite. Ich esse mit anderen. Ich lache. Aber ich habe etwas behalten aus jener Zeit: eine innere Wachsamkeit. Ich weiß, wie dünn die Linie ist zwischen drinnen und draußen. Zwischen Zugehörigkeit und Ausschluss.

Wenn ich heute Menschen sehe, die gemieden werden - die man nicht berührt, nicht hört, nicht ernst nimmt - dann sehe ich mich selbst. Und ich erinnere mich an diese Hand.

Die größte Veränderung meines Lebens war nicht, dass meine Haut heil wurde. Es war, dass ich erfahren habe: Ich bin berührbar. Und ich bin gewollt.

Seit jener Begegnung weiß ich: Heilung bedeutet mehr als gesund zu sein. Heilung bedeutet, wieder Teil der Welt zu werden - und selbst ein Mensch zu sein, der andere nicht meidet. So hat mein Leben nach Jesus seinen Weg genommen. Nicht spektakulär. Aber wahr.