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"Der Bräutigam ist da" - Jesus und Jakobus am See
Text: Matthäusevangelium 9, 14–17 - Übersetzung: Hoffnung für alle
14 An einem anderen Tag kamen die Jünger des Johannes zu Jesus und erkundigten sich: 'Wir und auch die Pharisäer fasten regelmäßig. Warum tun deine Jünger das eigentlich nicht?' 15 Jesus fragte: 'Sollen die Hochzeitsgäste denn traurig sein und fasten, solange der Bräutigam noch bei ihnen ist? Die Zeit kommt früh genug, dass der Bräutigam ihnen genommen wird. Dann werden sie fasten.'
Jesus und Jakobus am See
Am Ufer des Sees von Genesareth.
Jakobus:
'Jesus, heute kamen die Jünger des Johannes zu dir. Sie fragten nach dem Fasten - und du hast nicht wirklich über Fastenpraxis gesprochen. Du hast von dir selbst gesprochen.
Vom Bräutigam. Ich verstehe das nicht ganz. Warum antwortest du so?'
Jesus schweigt einen Moment. Er blickt über den See, wo das Licht des späten Nachmittags auf dem Wasser tanzt.
Jesus:
'Jakobus, sag mir: Wenn in einem Dorf Hochzeit gefeiert wird - fasten dann die Hochzeitsgäste?'
Jakobus (zögernd lächelnd):
'Nein. Sie essen, trinken, lachen, musizieren, singen, tanzen. Alles andere wäre unpassend.'
Jesus:
'Eben. Fasten ist gut. Es schärft das Verlangen. Es hält das Herz wach. Aber es ist nicht Selbstzweck.'
Er wendet sich Jakobus zu.
Jesus:
'Die Johannesjünger leben im Warten. Sie fasten, weil sie hoffen: Der Messias soll kommen. Aber sie haben nicht gemerkt, dass das Warten zu Ende ist.'
Jakobus runzelt die Stirn.
Jakobus:
'Du meinst ... du bist der, auf den sie warten?'
Jesus nickt kaum merklich.
Jesus:
'Solange der Bräutigam bei ihnen ist, ist nicht die Zeit der Trauer. Gott kommt nicht zuerst als Forderung - sondern als Nähe. Nicht als Mangel -
sondern als Geschenk. Fasten passt zur Sehnsucht. Aber Freude passt zur Erfüllung.'
Jakobus:
'Und doch sprichst du davon, dass der Bräutigam weggenommen wird.'
Jesus Blick wird ernst.
Jesus:
'Ja. Es wird Tage geben, da wird mein Fehlen spürbar. Dann wird Fasten wieder seinen Ort haben. Nicht aus Pflicht - sondern aus Trauer.'
Ein Windstoß kräuselt den See. Jakobus schweigt lange.
Jakobus:
'Dann geht es dir nicht um Regeln ... sondern um die Zeit, in der wir leben.'
Jesus (lächelnd):
'Genau. Wer nur Regeln sieht, verpasst die Stunde. Wer aber erkennt, wer da ist, der versteht, wann Freude dran ist - und wann Sehnsucht.'
Die Sonne sinkt tiefer. Der See leuchtet. Und Jakobus spürt: Diese Worte sind mehr als eine Antwort. Sie sind eine Einladung, die Gegenwart Gottes zu erkennen - hier, jetzt, am Ufer des Sees.