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Das Schwert des Geistes
Text: Matthäusevangelium 10, 34–36 - Übersetzung: Elberfelder Bibel
34 Meint nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. 35 Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; 36 und des Menschen Feinde (werden) seine eigenen Hausgenossen (sein).
Bildmeditation
Ein Schwert neben der aufgeschlagenen Bibel.
Kein Streit, kein Kampf, kein Blut.
Dieses Schwert ist kein Werkzeug der Gewalt.
Es ist geschärft aus Worten.
Geschmiedet aus Wahrheit.
Geführt nicht von der Faust, sondern vom Geist.
'Das Schwert des Geistes ist das Wort Gottes.'
(Paulus im Epheserbrief 6, 17)
Die Botschaft Jesu ist nicht harmlos.
Sie ist nicht weichgespült.
Sie ist nicht dafür gemacht,
allen zu gefallen.
Wo Jesus spricht, geschieht Entscheidung.
Sein Wort tröstet -
aber es deckt auch auf.
Sein Wort heilt -
aber es schneidet auch das Krankhafte heraus.
Sein Wort verbindet -
aber es trennt Wahrheit von Lüge,
Licht von Schatten,
Leben von dem, was nur so tut,
als wäre es Leben.
Jesus sagt Worte, die erschrecken können:
'Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen,
sondern das Schwert.
Nicht das Schwert der Gewalt.
Nicht das Schwert der Unterdrückung.
Nicht das Schwert religiöser Macht.
Sondern das Schwert der Entscheidung.
Denn seine Botschaft stellt Fragen,
denen niemand ausweichen kann:
Willst du Wahrheit -
oder lieber Ruhe?
Willst du Freiheit -
oder Sicherheit um jeden Preis?
Willst du Gottes Reich -
oder die Bequemlichkeit des Gewohnten?
Jesu Wort geht durch Familien,
durch Beziehungen, durch Herzen.
Nicht weil er spalten will -
sondern weil Wahrheit immer sichtbar macht,
wo Menschen sich ihr öffnen
und wo sie sich verschließen.
Sie entsteht dort,
wo sein Wort angenommen wird -
und zugleich von anderen abgelehn wirdt.
Die Bibel liegt offen.
Sie ist kein geschlossenes Buch.
Sie fordert heraus.
Sie ruft.
Sie widerspricht.
Das Wort Gottes ist kein Dekor.
Es ist kein spiritueller Schmuck.
Es ist kein Beruhigungsmittel.
Es ist lebendig.
Scharf.
Durchdringend.
Es trennt nicht Menschen voneinander -
sondern Wahrheit von Selbsttäuschung.
Wer sich diesem Wort aussetzt,
merkt irgendwann:
Ich kann nicht alles behalten.
Nicht jede Haltung.
Nicht jede Lüge über mich selbst.
Nicht jede bequeme Meinung.
Das Schwert des Geistes
zerstört nicht den Menschen.
Es zerstört das, was ihn gefangen hält.
Das Schwert neben der Bibel -
nicht erhoben,
nicht drohend,
sondern bereit.
Bereit, mein Denken zu prüfen,
meine Motive zu klären,
meine Sicherheiten zu hinterfragen.
Jesu Botschaft führt keinen Kampf,
sondern ringt um Wahrheit.
Um Liebe.
Um Echtheit.
Darum scheiden sich an ihr die Geister.
Wer ihr folgt, wird nicht immer Frieden haben.
Aber er wird Klarheit finden.
Echter Friede beginnt dort,
wo das Schwert des Geistes
alles Falsche von mir trennt.