REICH GOTTES Lernen

 

Wagenrad, original_R_by_Rtuh_Rudolph_pixelio.de

Um den Mittelpunkt dreht sich das Rad.
Alle Teile des Rades sind mit ihm verbunden.
Er hält alle zusammen.

In meiner Mitte sein

Ein zehnjähriger Bub fragte seine Mutter: „Mama, was ist das Allerwichtigste für dich?” Die Mutter nahm ihren Sohn an der Hand, ging mit ihm zu seinem Fahrrad und sagte: „Jedes Rad hat einen Punkt, um den es sich dreht. Den Mittelpunkt. Alle Teile des Rades, die Speichen und die Felgen, sind mit diesem Punkt verbunden. Er hält alle Teile zusammen. Nur ein einziger Punkt kann der Mittelpunkt sein. Würde sich ein anderer Punkt auf dem Rad zum Mittelpunkt machen, dann würde sich das Rad nicht mehr runddrehen, es würde anfangen zu eiern.

Und bald würde das ganze Rad auseinanderbrechen. Du hast mich gefragt, was das Allerwichtigste für mich ist. Ich will es dir sagen. Gott ist für mich der Allerwichtigste. Er ist die Mitte, um die sich alles dreht. Er hält alles zusammen. Ich bin mit ihm verbunden. Er ist mein Mittelpunkt.” Der Bub dachte eine Weile darüber nach. Dann sagte er: „Mama, wenn Gott dein Mittelpunkt ist, dann ist er auch mein Mittelpunkt.”

Die Mitte ist ein Ordnungsprinzip. Das ist so in den kleinsten, nicht zerlegbaren Grundbausteinen der Materie, den Atomen. Elektronen tanzen und bewegen sich um den Atomkern in ihrer Mitte. Das ist auch so in den Sonnensystemen. Planeten und viele andere Himmelskörper kreisen um die Sonne in ihrer Mitte.

Was für den letzten unteilbaren Urstoff der Materie und für das ganze Universum gilt, trifft genauso auf jeden einzelnen Menschen und die ganze Menschheit zu. Sie brauchen eine Mitte.

Alles Mögliche können Menschen in ihre Lebens- und Herzensmitte stellen: Geld und Reichtum, Auto, Haus und Besitz, Karriere und Aufstieg, Einfluss und Macht, Ruhm und Ansehen, Status und Prestige, das eigene Ich oder andere Menschen, Sexualität, Spaß und Vergnügungen.

Es stellt sich die Frage: Können vergängliche Dinge, die durchaus ihren Wert haben, die wahre Mitte sein?

Solange ein Mensch in die Mitte stellt, was niemals wahre Mitte sein kann und ist, läuft sein Leben nicht rund. Und die Welt gerät immer wieder ins Schleudern, wankt und schwankt, bis sie lernt, die wahre Mitte zu finden.

Wahre Mitte kann nur sein, was ewig bleibt und hält. Nur der ewige Gott kann wahrer Mittelpunkt sein. Irgendwann werden jeder einzelne Mensch und die ganze Menschheit zur Erkenntnis gelangen:

So wie wir jetzt leben, kommen wir nicht weiter. Leben und Zusammenleben in der kleinen persönlichen und in der großen, weiten Welt werden gelingen, wenn wir Gott als wahre Mitte anerkennen.

Wenn ich in meiner Mitte bin, die Gott ist, dann bin ich bei meiner inneren Kraftquelle, dann bin ich ganz bei mir selber, bei dem, was ich in Wirklichkeit bin, dann fühle ich mich geborgen, getragen, beschützt, geliebt und angenommen.

Wenn ich in meiner wahren Mitte bin, dann stehe ich in bewusster Kommunikation mit Gott, dann bin ich bei Gott in mir, dann kann Gott mit mir „sprechen” in meinem Herzen, und ich kann „seine Stimme” und seine Botschaften „hören” und verstehen, was er mir sagen möchte, dann weiß ich, was zu tun ist. Wenn ich in meiner wahren Mitte bin, dann läuft mein Leben rund, dann fließt der Lebensstrom in mir, dann fühle ich mich lebendig und glücklich, dann geht es mir gut, dann bin ich stark und ganzheitlich gesund. Die wahre Mitte ist ein Rückzugsort, ein Zuhause, wo ich auftanken kann. Von der wahren Mitte werde ich genährt. Von ihr bekomme ich alles, was ich brauche. Die wahre Mitte ist Orientierung, sie weist mich den Weg zum wahren Leben. Sie ist ein Ankommen in mir, ein Ruhigwerden, ein Ruhen ohne Suchen. Ich kann einfach SEIN. Die Mitte ist der ruhende Pol in mir.

Wie kann ich in meine wahre Mitte kommen? Welche Wege führen mich hin?

Ich ziehe mich ganz bewusst von der äußeren, lauten und oberflächlichen Welt zurück in die Stille und BIN UND BLEIBE GANZ BEI MIR. Ich schaue bewusst in mich hinein und setze mich mit dem auseinander, was in mir ist, was mein Leben ist und ausmacht.

Ich nehme mir Zeit und schaue auf mein Leben und frage: Worauf möchte ich am allerwenigsten verzichten? Was ist jetzt Mitte meines Lebens? Woran hänge ich mein Herz am allermeisten? Was ist für mich das Wichtigste und das Wertvollste? Ich denke darüber nach, ob Vergängliches meine wahre Mitte sein kann. Es verschafft doch nur Vorübergehendes und nichts Bleibendes.

Solange jemand die Harmonie und Schönheit Gottes nicht erkennt, setzt er irdische Dinge in seine Lebensmitte. Ein Mensch, der erfahren hat, dass Gott das Kostbarste und Wertvollste ist, macht Gott zu seiner Mitte.

Wie die Mutter des Zehnjährigen bin ich dabei zu lernen: Gott ist wie der Mittelpunkt des Rades, wie der Atomkern und wie die Sonne. Um ihn dreht sich alles. Er hält alles zusammen. Alles ist mit ihm verbunden. Er ist meine wahre Mitte. Er ist die sprudelnde Quelle in mir, aus der ich Leben und Erfüllung, Frieden und Harmonie, Freude und Glückseligkeit schöpfe. Gott ist mein Ursprung und mein Ziel.