REICH GOTTES Lernen

4. Sonntag im Jahreskreis B

Gedanken zum Markusevangelium 1, 21-28

Thema: Aufgedeckt und entlarvt

Gottes Macht ist unbegrenzte, bedingungslose, reine, wahre Liebe.

Liebe ist niemals feindlich gesinnt. Sie betrachtet niemanden und nichts als Feind. Das Wort „Feind” kommt nur im Denken der Menschen vor, nicht im Wortschatz der Liebe. Liebe kennt keinen Zorn, keinen Groll und keine Verbitterung, kein Anfahren, kein Tadeln und kein Zurechtweisen, kein Drohen und kein Einschüchtern, kein Anklagen, kein Richten und kein Verurteilen, kein Beleidigt sein, kein Gekränkt sein und kein Nachtragen, keine Rache und keine Vergeltung, keinen Hass und keine Gewalt.

Worte, Verhaltensweisen und Taten, die auch nur im Geringsten Gewalt und Anwendung von Gewalt in sich bergen, haben in der Liebe keinen Platz.

Die Liebe Gottes ist nur gut, unendlich gut. Wer im Namen Gottes Angst einflößt und in die Enge treibt, klein macht, erniedrigt und demütigt, beherrscht und unterdrückt, Hass und Feindschaft sät, Gewalt ausübt, Waffen verwendet, Krieg führt und tötet, verdunkelt und verdüstert Gott und seine Liebe in unserer Welt.

Gottes Liebe ist absolut heilend. Sie ist das wirksamste aller Heilmittel. Sie ist die beste aller Therapien.

Dass Gott nur Liebe ist, vermittelt uns keiner so überzeugend wie Jesus. In ihm ist die Liebe Gottes in einem Menschen sichtbar und erfahrbar. Jesus hat die Vollmacht Gottes, die volle Macht Gottes, die vollkommene Liebe ist. Sie strahlt und leuchtet auf in seinem Reden und Handeln, in seiner Lebenshingabe bis zum Äußersten, in seiner Auferstehung und seinem Hinübergehen in seine Herrlichkeit.

Jede Begegnung mit Jesus ist Begegnung mit der Heilkraft der reinen Liebe. Von einer heilenden Begegnung mit Jesus erzählt uns dieses Evangelium. Ein Mensch, der „von einem unreinen Geist besessen” ist, wird durch die Begegnung mit Jesus geheilt. „Von einem unreinen Geist besessen”, so drückt sich der Verfasser des Markusevangeliums aus.

Ein unreiner Geist, der einen Menschen festhält, gefangen nimmt, nicht loslässt und ihn am Leben hindert, kann Verschiedenes bedeuten: unter Krankheiten leiden, die Lebensmut und Lebensfreude abschnüren; von fixen Ideen und Zwangsvorstellungen bestimmt sein; unter Machtausübung und schädigenden Einflüssen durch andere stehen; sich von äußeren oder inneren Zwängen nicht lösen können und dadurch sich selbst entfremdet sein; von Abhängigkeiten und Süchten fremdgesteuert und hin und her gezerrt werden; von Fanatismus oder dem Wahn der Zerstörung und Selbstzerstörung gefesselt sein; von krankhaften, Angst machenden und einengenden Gottesbildern beherrscht werden.

Durch die Macht der Liebe Gottes, die in Jesus auf ihn zukommt, wird die Machtlosigkeit des unreinen Geistes aufgedeckt und entlarvt. Der unreine Geist nimmt seine Maske ab, weicht und löst sich auf. Und der Mensch, der von ihm besessen ist, ist frei. Befreit und erlöst kann er sein Leben fortsetzen.

Aus diesem Evangelium lernen wir: Es gibt nur eine wirkliche Macht: die Macht der Liebe Gottes. Alle, die sich in unserer Welt als mächtig erheben, und alles, was sich groß aufspielt, sind nur Scheinmächte. Sie haben in Wahrheit keine Macht über uns, auch wenn sie uns fürs erste als noch so unheimlich kraftvoll erscheinen mögen. Wir stellen uns unter die Voll-Macht und Heilkraft der Liebe Gottes und geben dadurch niemandem und nichts außer ihr Macht über uns.