REICH GOTTES Lernen

4. Sonntag im Jahreskreis A

Gedanken zum Matthäusevangelium 5, 1-12

Thema: Tiefe Freude

 

Das sind Worte Jesu, die uns zu unserer Freiheit anleiten. Sie sagen uns nicht, wie wir zu sein haben, sondern wie wir sein dürfen.

Diese Freiheit hat Jesus gelebt. Sie zu lernen und in unserem Leben zu entwickeln, ist unsere Aufgabe. Das ist für uns ein lebenslanger, mit Begeisterung erfüllender Lehrgang.

Überglücklich sind wir, tiefe Freude erfüllt uns und Himmel erfahren wir, wenn wir arm sind dem Geist nach. Arm dem Geist nach - was ist das? Wir lernen, zu Gott zu kommen nicht wie Geschäfts- und Handelspartner, die irgendwelche gute Taten und fromme Leistungen mitbringen und dafür Anspruch auf Gegenleistung und Lohn erheben. Wir lernen einzusehen, dass wir nichts haben, auf das wir vor Gott pochen und mit dem wir bei ihm punkten könnten. Wir lernen, innerlich arm mit leeren Händen vor Gott zu stehen und sie ihm offen hinzuhalten und uns beschenken zu lassen mit seiner überfließenden göttlichen Gnade.

Überglücklich sind wir, tiefe Freude erfüllt uns und Himmel erfahren wir, wenn wir trauern. Wir lernen, der Trauer nicht auszuweichen, wenn sie über uns kommt, sie nicht zu verdrängen und sie nicht zuzudecken mit allen möglichen Ablenkungen. Wir lernen, durch Trauer hindurchzugehen, sie anzunehmen und zu umarmen, sie dann loszulassen und Gott zu übergeben, und so das Geschenk tiefen Trostes zu erfahren.

Überglücklich sind wir, tiefe Freude erfüllt uns und Himmel erfahren wir, wenn wir ein sanftes Wesen haben. Was ist sanft? Begriffe mit gleicher oder sehr ähnlicher Bedeutung sind: fein, gutmütig, mild, freundlich, in guter Absicht, geduldig, sanftmütig, gefühlvoll, einfühlsam, rücksichtsvoll, zartfühlend, zärtlich, achtsam, bedachtsam, ohne Druck und Gewalt. Das Gegenteil von sanft ist: streng, hart, rau, schroff, grob, brutal, gewaltsam. Wir lernen sanft umzugehen mit allen Geschöpfen und Dingen.

Überglücklich sind wir, tiefe Freude erfüllt uns und Himmel erfahren wir, wenn wir sehnlich danach verlangen, dass das geschieht, was Gott für richtig hält. Wir lernen, auf Gott zu hören und immer tiefer die Wege zu erfahren und zu erfassen, die Gott mit uns vorhat, und die uns zum letzten großen Ziel bringen, und uns seiner Führung anzuvertrauen.

Überglücklich sind wir, tiefe Freude erfüllt uns und Himmel erfahren wir, wenn wir Herzenswärme ausstrahlen. Wir lernen Warmherzigkeit auszuströmen in unseren Blicken und in unserer Stimme, in unseren Worten und Gesten, in unserem Verhalten, in unseren Berührungen und Begegnungen.

Überglücklich sind wir, tiefe Freude erfüllt uns und Himmel erfahren wir, wenn wir ein reines Herz haben. Wir lernen, das reine Herz in uns zur Entfaltung zu bringen, das Herz, das frei ist von zerstörenden, lebensverneinenden Gedanken und Gefühlen, frei von Hass, Vergeltung und Rache, frei von Feindschaft und Gewalt, frei von Vorurteilen und Feindseligkeit, frei von Stolz und Überheblichkeit, frei von Missgunst und Neid, frei von Habgier und Maßlosigkeit, frei von Berechnung und Selbstsucht.

Überglücklich sind wir, tiefe Freude erfüllt uns und Himmel erfahren wir, wenn wir Frieden schaffen, Frieden bringen und stiften. In der Muttersprache Jesu heißt Friede Schalom. Schalom bedeutet weit mehr als Schweigen der Waffen und kein Krieg. Schalom ist, das Leben in ganzheitlichem Sinn zu fördern, sich einzusetzen für Wohlbefinden, Unversehrtheit, Heil und Ganzheit. Wir lernen den Frieden im eigenen Inneren, das Versöhnt sein und Eins sein mit uns selber, als Voraussetzung für den Frieden nach außen.

Überglücklich sind wir, tiefe Freude erfüllt uns und Himmel erfahren wir, wenn wir nicht ernstgenommen und benachteiligt werden, weil wir zu Jesus gehören und von ihm so zu leben lernen, wie es vor Gott seine Richtigkeit hat. Wir lernen Vertrauen und Treue zu Jesus, auch wenn es uns von außen schwer gemacht wird.