REICH GOTTES Lernen

3. Sonntag der Osterzeit A

Gedanken zum Johannesevangelium 21, 1–14

Thema: Die machtvollen Wirkungen des Jesusvertrauens

Jesusvertrauen bedeutet einerseits das Vertrauen Jesu auf seinen Abba, andererseits das Vertrauen von Menschen auf Jesus.

Jesus hat keine durch Naturgesetze unerklärbaren Kunststücke gezeigt, um damit seine Macht zu demonstrieren und vor Menschen groß da zu stehen und von ihnen bewundert zu werden. Er hat auch keine aufsehenerregenden Zaubereien vorgeführt, um Menschen zu beeindrucken und ihre Sensationslust und ihren Wunderglauben zu befriedigen. Jesus hat Zeichen gesetzt. Zeichen zeigen etwas an. Mit seinen Zeichen hat Jesus gezeigt, welche machtvollen Wirkungen das felsenfeste Vertrauen auf Gott hervorbringt. Jesus stand zu seinem Abba in einer abgrundtiefen Vertrauensbeziehung. Sein Vertrauen auf seinen Abba war vollkommen. Er lebte in dem unerschütterlichen Glauben, dass Gott in jeder Lebenssituation - in guten und in schweren Zeiten - mit ihm und für ihn das Rechte tut und ihm zur rechten Zeit das Rechte gibt. Jesus hat sich ganz auf Gott verlassen und sich mit vollem Vertrauen in Gottes Wege und Pläne fallen lassen. Er hat unbeirrbar vertraut, dass sein Abba ihn hält und trägt und ihn niemals in den Abgrund und in die Verlorenheit stürzen lässt. Mit diesem Vertrauen hat Jesus gelebt, mit diesem Vertrauen hat er seine Großtaten vollbracht, mit diesem Vertrauen ist er seinen Leidensweg gegangen und mit diesem Vertrauen ist er gestorben.

In diesem Evangelientext erzählt der Verfasser des vierten Evangeliums, wie die erfahrenen Fischer Petrus und seine Freunde auf das Wort Jesu hin zu einer Tageszeit, die für den Fischfang denkbar ungünstig war, ihr Netz in den See Genesareth geworfen und einen überraschend guten Fang gemacht haben. Ihr Vertrauen auf Jesu Wort hat dies zustande gebracht. 153 Fische waren im Netz. „153” ist eine biblische Symbolzahl, die sich zusammensetzt aus dreimal Fünfzig plus Drei. Fünfzig ist die Zahl der Freude. Dreimal Fünfzig bedeutet eine Unterstreichung und Vervielfältigung. Drei ist die Zahl der Vollkommenheit und Vollendung. 153 Fische im Netz bedeuten: Gott schenkt vollkommene und vollendete Freude und das Leben in erfüllter Freude, das sonst niemand und sonst nichts uns verschaffen kann.

Die Jesus-Schüler damals haben von Jesu Gottvertrauen ihr persönliches Gottvertrauen und ihr Jesusvertrauen gelernt. Hier beim reichen Fischfang haben sie einmal mehr erfahren, welch machtvolle Wirkungen das große Vertrauen auf Jesus entstehen lässt und schafft. Und sie haben erkannt, dass Jesus nach seinem Sterben jetzt in neuer Weise lebt, ihnen nahe und für sie da ist, und dass sie ihm wie zu seinen Lebzeiten ihr volles Vertrauen schenken können.

Wenn uns jemand fragt, was das Erste und Wichtigste im Glauben ist, geben wir ihm die Antwort: nicht die religiösen, frommen Handlungen und Vollzüge, nicht das Einhalten der religiösen Gebote und Verbote, nicht die Moral, nicht die Sündenreinheit, nicht die guten Werke, sondern das Vertrauen auf Jesus.

Die Erfahrung, die seine Schüler damals mit Jesus gemacht haben, können alle seine Schüler auf der ganzen Welt zu allen Zeiten machen: Wahres, echtes Vertrauen auf Jesus und seine Worte bringt vieles hervor und macht vieles möglich, vieles, was unmöglich, unglaublich und unfassbar scheint. Und wer wahrhaft auf Jesus vertraut, erfährt tiefe, tiefe Lebensfreude. Wer wirklich auf Jesus vertraut, macht diese Erfahrung immer wieder.