REICH GOTTES Lernen

3. Fastensonntag C

Gedanken zum Lukasevangelium 13, 1–9

Thema: Auf dass unser Leben zu blühen anfängt

 

Blühen

 

Wer die Botschaft Jesu vom Reich Gottes verwendet zum sich selber oder andere Einengen, Einschränken und unter Druck setzen, zum Zwänge und Macht ausüben, zum Angstmachen und Drohen, tut ihr Gewalt an. Davon sind wir überzeugt. Jesu Botschaft vom Reich Gottes ist Befreiungs- und Erlösungsbotschaft. Sie löst und führt heraus aus Enge, Druck und Angst, aus Zwängen, Herrschaften und Abhängigkeiten. Sie führt in Freiheit, in die Weite, zu mehr Leben.

Jesu Botschaft vom Reich Gottes ist Ausdruck der grenzenlosen Warmherzigkeit und des bedingungslosen Ja Gottes zu seiner ganzen Schöpfung und jedem einzelnen seiner Geschöpfe. Sie gibt Orientierung, ist Wegweiser und Leitlinie für unseren Weg zum Ziel ewiger Freude und Glückseligkeit.

Das alles ist unsere Grundlage, von der aus wir an die Evangelien herangehen.

Um Umkehren geht es in diesem Evangelium. Wörtlich um „Umdenken”. Verwandte Begriffe für umdenken sind: an Dinge anders herangehen, Sachverhalte neu begreifen, sich in einen Lernprozess begeben, seine Ansichten ändern, seine Auffassungen überprüfen, seine Denkweise verändern, sich umgewöhnen, umlernen, sich umstellen.

Ziel des Umdenkens ist MEHR Leben, mehr innere Lebensfreude und Erfüllung, Befreiung und inneres und äußeres Freisein. Ziel ist, dass mein Leben zu blühen beginnt.

Voraussetzung für das Umdenken sind das Hinschauen auf das eigene Leben und das prüfende Fragen:

Wie lebe ich?

Welche Werte und Ziele halte ich in meinem Leben hoch?

Was hat sich in meinem Leben unbemerkt ins Übertriebene und Maßlose gesteigert, so dass es krankhaft und für meine Seele, meinen Geist und meinen Körper zum Schaden ist?

Welche Gewohnheiten, die mir meine innere Freiheit nehmen und meinem Lebensglück entgegenstehen, haben sich unauffällig in mein Leben eingeschlichen und eingeschliffen?

Wie gehe ich mit mir selber um?

Kann ich gut mit mir umgehen, mich und mein Leben annehmen und zu mir und zu meinem Leben stehen mit allem, was einmal war und jetzt ist?

Bin ich steckengeblieben in meiner persönlichen Entfaltung?

Wie verhalte ich mich anderen gegenüber?

Sage ich: die anderen müssen mich so nehmen, wie ich bin? Oder bin ich offen und bereit mich zu wandeln und zuzulassen, was sich in mir weiter entwickeln möchte?

Umdenken ist: meine alten Gleise und alten Züge verlassen und in neue Bahnen und Richtungen umsteigen. Umdenken ist: Weggehen von meinen lebensfeindlichen Lähmungen und Verbohrtheiten, von den täglichen Krankmachereien, Kränkungen und Verletzungen. Umdenken ist: die Fenster und Türen meines Lebens öffnen und frischen Wind hereinlassen, der den alten Staub und den Smog wegträgt, die sich auf mein Leben gelegt haben. Umdenken ist: unnötigen Ballast abwerfen, um erleichtert und frei weitergehen zu können. Umdenken ist: zugunsten eines größeren Zieles Abschied nehmen von Haltungen, die meine Lebensfreude zerstören und krankmachen.

Dieses Evangelium überliefert uns auch das Gleichnis Jesu von dem Feigenbaum, der keine Früchte trägt. Der Gärtner schlägt ihn trotzdem nicht um, sondern pflegt und düngt ihn weiterhin behutsam und liebevoll. Er gibt ihm immer noch die Chance, fruchtbar zu werden. Niemand anderen als Gott selber meint Jesus mit diesem Gärtner. Er wartet geduldig. Er gibt mir seinen Geist und seine Kraft. Er hört niemals auf an mich und meine Fähigkeiten zu glauben, weil er weiß, was er in mich hineingelegt hat. Und darum lässt er mir Zeit mich zu festigen, zu lernen, zu wachsen, zu reifen, umzudenken und mich zu wandeln.