REICH GOTTES Lernen

3. Fastensonntag A

Gedanken zum Johannesevangelium 4, 3–42

Thema: Der perfekte Durstlöscher

„Das Wasser, das du aus diesem Brunnen schöpfst, stillt deinen Durst immer nur eine gewisse Zeit. Das Wasser aber, das ich dir gebe, löscht ihn für immer”, sagt Jesus zu der Frau am Brunnen.

„Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Dann müsste ich nicht mehr jeden Tag die Mühe auf mich nehmen, zu diesem Brunnen zu gehen und Wasser für meine Familie zu holen. Aber leider gibt es dieses Wasser nicht. Das gibt es nur im Märchen”, antwortet ihm die Frau.

„Doch, glaube mir, ich kenne die Quelle, aus der dieses Wasser fließt!” sagt ihr Jesus.

„Von welchem Wasser sprichst du eigentlich? Sag, wie meinst du das?” fragt ihn die Frau.

„Bei dem Wort Durst denkst du an den Durst, den dein Körper fühlt. Ich meine aber Durst im übertragenen Sinn, den Durst deines Herzens, deiner Seele. Diesen Durst nennen wir Sehnsucht”, sagt ihr Jesus.

„Ja, wenn du diesen Durst meinst, den kenne ich auch. Ich erlebe viele Sehnsüchte in mir. Die Sehnsucht nach dem wahren Leben, nach Nähe und Wärme, nach Angenommen sein und Geborgenheit, nach Freude und Glück, nach Frieden und Harmonie. Da könnte ich noch manches aufzählen, wonach ich mich sehne. Und du glaubst, du kennst die Quelle, aus der Wasser strömt, das meine großen Sehnsüchte ausfüllt? ” fragt ihn die Frau.

„Die Menschen suchen die Erfüllung ihrer großen Sehnsüchte im Außen, bei Menschen und Dingen, in Hab und Gut, in Geld und Vermögen, in Ruhm und Ansehen, in Rang und Stellung, in Einfluss und Macht. Aber da finden sie sie nicht. Du hast es selber erfahren, dass deine fünf Männer deinen großen Sehnsüchten nicht genügen konnten. Darum hast du immer wieder einen anderen gebraucht”, sagt ihr Jesus.

„Da hast du recht, ich bin noch nie an den Punkt gekommen, an dem ich letzte Erfüllung gefunden habe. Immer ist in mir ein Rest an Unerfülltheit und innerer Leere zurückgeblieben. Sag mir jetzt, wo ich diese Quelle finden kann, von der alle meine großen Sehnsüchte zufriedengestellt werden. Führe mich zu ihr!” erwidert ihm die Frau.

„Diese Quelle ist in dir”, sagt ihr Jesus.

„In mir? Wo in mir?” fragt ihn die Frau.

„Im Brunnen deines Herzens, in der Tiefe deiner Seele. Da ist die göttliche Quelle in dir. Aus ihr strömt dir ununterbrochen Gnade über Gnade zu, Leben in Fülle, die Nähe und grenzenlose Wärme Gottes, das völlige Angenommen sein von Gott, die wahre Geborgenheit in Gott, seine unendliche Freude und sein Frieden, seine Herrlichkeit und die Glückseligkeit des Paradieses”, sagt ihr Jesus.

„Sag mir, wie geht das, was muss ich tun, dass ich zu dieser Quelle in mir gelange!”, fragt ihn die Frau.

„Lass alles los, was im Außen ist, alles, was du bisher dein genannt hast, alles, woran dein Herz bis jetzt gehangen ist, alles, wovon du bis heute das große Glück erträumt und erwartest hast, und lass dich mit großem Vertrauen in Gott hineinfallen wie in einen unsichtbaren Brunnen!” sagt ihr Jesus.

„Ich werde von jetzt an mein Leben neu lernen und werde neu zu leben beginnen. Danke, Jesus!” erwidert ihm die Frau.