REICH GOTTES Lernen

32. Sonntag im Jahreskreis C

Gedanken zum Lukasevangelium 20, 27-38

Thema: Lehrfach: Reich Gottes

 

Jesus ist Lehrer. Sein Lehrfach heißt: Reich Gottes. Er lehrt das Reich Gottes nicht nur mit Worten und Reden, sondern auch und vor allem mit Zeigen durch sein Tun und Leben. Jesus ist Verkörperung und Inbegriff des Reiches Gottes. In ihm ist das vollendete Reich Gottes unverfälscht offenkundig, sichtbar und erkennbar.

Reich Gottes ist Lernprogramm für uns für unser ganzes Leben und darüber hinaus. Dieser Lernprozess dauert so lange an, bis wir das Reich Gottes gelernt haben.

Wir lernen das Reich Gottes von, mit und durch Jesus. Er lässt uns nicht allein, sondern ist mit uns auf dem Weg unseres Reich-Gottes-Lernens. Lektion für Lektion, Lernschritt für Lernschritt bis zum Lernziel. Die Lerninhalte und Lernaufgaben vermitteln uns die Evangelien.

Welche Lerneinheiten enthält dieses Evangelium für uns?

Wir lernen daraus ein Zweifaches.

Erstens: Jesus begegnet seinen Gesprächspartnern nicht überheblich, nicht besserwisserisch und rechthaberisch. Er geht mit Wertschätzung, Achtung und Ehrfurcht auf sie zu und mit ihnen um. Er beurteilt ihre Überzeugung nicht und wertet sie nicht. Er sagt seine Überzeugung, drängt, drückt und zwingt sie aber nicht auf. Er lässt frei.

Andere mit ihren Ansichten und Überzeugungen abqualifizieren, abwerten, herabsetzen, heruntermachen, herabwürdigen, schlechtmachen, abkanzeln und verteufeln und nichts Gutes an anderer Überzeugung lassen, das sind keine Markenzeichen des Reiches Gottes. Und Überzeugungen aufdrängen, aufdrücken und aufzwingen, das ist nicht Reich-Gottes-Stil.

Das zeigt uns Jesus von Nazareth und lebt es uns vor. Wir können es an seinem Leitbild lernen.

Zweitens: Jesus glaubt an die Auferstehung, weil er auf den treuen Gott vertraut, der Leben schafft und schützt, der Leben erhält und niemals zugrunde gehen lässt. Für und bei Gott gibt es den Tod nicht. Tod ist wie Schatten. Schatten hat keine Quelle und keine Macht hinter sich. Er ist nichts. Leben ist wie Licht. Licht hat eine Quelle und eine Mächtigkeit hinter sich. Quelle allen Lebens ist Gott.

Der Gott Jesu ist ein Gott des Lebens und der Lebenden. Er hat seine Geschöpfe zum Leben geschaffen. Darum lässt er keines ins Nichts fallen, sondern trägt und führt jedes behutsam heim in die Vollendung, wo jede Sehnsucht ihre Erfüllung findet.

Werden und Vergehen, Sterben und Auferstehen sind fortwährende Verwandlungen mitten im Leben und über dieses Leben hinaus bis zum endgültigen Ziel. Auch das Sterben am Ende unseres irdischen Lebens ist Verwandlung. Das endgültige Ziel ist die Vollendung. Verwandlungen sind immer vorübergehend, nicht unbegrenzt. Angekommen am endgültigen Ziel hören alle Verwandlungen auf.

Der Auferstehungsglaube ist der Glaube des Jesus von Nazareth. Wir können ihn an seinem Original lernen.