REICH GOTTES Lernen

28. Sonntag im Jahreskreis C

Gedanken zum Lukasevangelium 16, 19-31

Thema: Danken im Voraus

 

Der Mann aus Samarien kehrte zu Jesus zurück, um ihm für das Geschenk der Heilung zu danken, ihn zu loben und zu preisen.

Dieses Evangelium nehmen wir zum Anlass, unsere Gedanken über das dankende Beten und unsere Erfahrungen damit auszutauschen.

„Von Kindheit an stand in meinen Gebeten immer das bittende Beten im Vordergrund. Ich war gewohnt, meine Anliegen, Sorgen und Nöte als Bitten und Wünsche an Gott zu richten. Gott zu danken, ihn zu loben und zu preisen habe ich vernachlässigt und habe wenig darauf geachtet.”

„Das war bei mir über Jahre nicht anders. Ich habe zwar gerne religiöse Danklieder gesungen, aber zum dankenden Beten haben sie mich lange Zeit nicht geführt. Als ich ein junger Erwachsener war, hat mir das Lied 'Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn, er hat dir viel Gutes getan' einen Impuls gegeben, mein Beten zu ändern. Besonders die Strophe, in der es heißt, 'Im Danken kommt Neues ins Leben hinein, ein Wünschen, das nie du erkannt' hat mich bewogen, mit dem dankenden Beten zu beginnen und es zu pflegen.”

„Danken schien mir durch viele Jahre überholt und nur eine Sache des guten Benehmens. Religiöse Gespräche und persönliches Nachdenken haben mich zum dankenden Beten gebracht. Je mehr ich Gott gedankt habe, umso mehr Sachen sind mir eingefallen, für die ich dankbar bin: zum Beispiel für mein Leben, und dass ich jeden Tag erhalte, was ich zum Leben brauche, für meine Freude am Leben, für meine Lebenskraft und meinen Lebensmut, für Menschen, die mir freundlich gesinnt und gut zu mir sind, für mein Gehör, mit dem ich dem Gesang der Vögel lauschen kann, für meine Augen, die mich die Schönheit der Natur sehen lassen. Das dankende Beten zeigt mir, wie groß Gott an mir handelt, und führt mich zur Erkenntnis, dass nichts selbstverständlich, sondern alles Geschenk ist.”

„Vor einigen Jahren habe ich damit begonnen, mein Beten zu beobachten und in mich hinein zu fühlen und zu spüren, was es mit mir macht und was es in mir auslöst. Ich merke einen deutlichen Unterschied zwischen dem bittenden und dem dankenden Beten. In meinen Bitten stecken oftmals Zweifel und Angst, ob Gott erhört und erfüllt, worum ich ihn bitte. Zweifel und Angst sind aber Zeichen schwachen und mangelnden Vertrauens. Das hat mir den Weg gewiesen, Gott nicht nur im Nachhinein zu danken für das, was mir zuteil geworden ist, sondern schon im Voraus für alles, was er für mich bereithält. Beim Danken im Voraus spüre ich tiefes Vertrauen auf Gott, Erleichterung und Vorfreude, so als wäre das, wofür ich danke, schon in Erfüllung gegangen. Denn ich lasse mich von Gott gerne überraschen, was er mit mir vorhat und was er mir wann und wo und wie gibt.”

„Das war bei mir ähnlich. Die Beschäftigung mit der Botschaft Jesu hat mich auch zu den Stellen in den Evangelien geführt, in denen Jesus davon spricht, dass Gott in jedem Augenblick das Rechte tut und geschehen lässt, und dass er mir und allen im rechten Augenblick das Rechte und wahrhaft Gute gibt. Diese Worte haben auch mich zum Danken im Voraus angeleitet. Da erfahre ich die Kraft und die Wirkung des dankenden Betens am deutlichsten.”

„Dazu möchte ich noch etwas ergänzen, was ich irgendwo gelesen habe. Gebet ist unwirksam, wenn es von negativem Denken begleitet wird oder wenn ihm negatives Denken folgt. Wir müssen Vertrauen in unsere Gedanken legen, und an die Führung, die wir erhalten, glauben. Wenn wir negativen Gedanken und Gefühlen Energie geben, werden wir negative Ergebnisse erhalten, selbst wenn wir häufig beten. Beten, das von Vertrauen und bejahenden, positiven Gedanken erfüllt ist, spiegelt die Überzeugung wider, dass Gott uns zu unserem Besten führt, und lässt uns erwarten, dass Gott unser Leben fortwährend mit unbegrenzten Möglichkeiten segnet.”

Im Folgenden haben wir Beispiele für dankendes Beten gesammelt:

Danke, Jesus, für die vergangene Nacht und für den neuen Tag. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, für den heutigen Tag mit allem, was heute war. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, für ... (etwas Aktuelles). Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, für mein Leben. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, für alle Lebensvoraussetzungen. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass du mich von allen meinen Zielverfehlungen heilst. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass du mein Vertrauen auf dich stärkst, meinen Glauben an dich vermehrst, mir große Gelassenheit gibst und alle Ängste von mir nimmst. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass du es möglich machst, dass ich lerne, mich zu erkennen, wie ich bin, und mich anzunehmen, wie ich bin. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass du es möglich machst, dass ich lerne, meine Masken, die ich vor mir selbst und anderen trage, zu erkennen, mit ihnen Frieden zu schließen und sie abzulegen, damit ich zu meinem wahren Selbst finden kann. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass du es möglich machst, dass ich lerne, meine dunklen Seiten zu erkennen, sie anzunehmen, sie zu umarmen und die Gaben zu entdecken, die in ihnen verborgen sind. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass du es möglich machst, dass ich lerne, nicht zu werten, zu richten und zu verurteilen. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass du es möglich machst, dass ich lerne, aus meinen Träumen, Gedanken und Gefühlen zu hören und zu verstehen, was du mir sagst. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass du es möglich machst, dass ich lerne, im Augenblick zu leben. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass du es möglich machst, dass ich lerne, den Himmel in mir und nicht im Außen zu suchen. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass du es möglichst machst, dass ich lerne, niemandem außer dir Macht über mich zu geben. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass du aus mir ein Werkzeug deines Friedens machst. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass du mir ein weiches, warmes, einfühlsames Herz schenkst, das sich berühren lässt von den Sorgen und Nöten anderer. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass ich lernen kann loszulassen: mein Ego, meine Pläne, meine Absichten, meine Wünsche, meinen Willen, mein Leben. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass ich lernen kann mich fallenzulassen: in deine Gedanken, deine Wege, deine Pläne, deinen Willen, dass du mich führst, wohin du willst, dass ich alle Wege mit dir gehe, die du für mich bestimmst. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, für alles. Jesus, ich lobe und preise dich.

Danke, Jesus, dass alles so geschieht, wie du es willst, nicht wie ich es will. Jesus, ich lobe und preise dich.