REICH GOTTES Lernen

1. Sonntag im Jahreskreis - Taufe des Herrn A

Gedanken zum Matthäusevangelium 3, 13-17

Thema: Keine Liebkinder und keine Stiefkinder im Reich Gottes

 

Die Stimme aus den Himmeln sprach zu Jesus bei seiner Taufe im Jordanfluss: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich mein Gefallen habe.”

Diese Worte spricht Gott, der zugleich wie Vater und Mutter ist, zu jedem Menschen und zu jedem Geschöpf: „Du bist mein Kind, mein geliebtes, du gefällst mir.”

Gott hat weder Liebkinder noch Stiefkinder. Er bevorzugt niemanden und benachteiligt niemanden. Er schenkt seine bejahende Zuwendung allen in gleich hohem Maß.

Ganz anders ist das unter Menschen. Da gibt es für die einen viel Sympathie und für andere wenig oder keine. Unter Menschen gibt es Gefallen und Missfallen, Beliebtheit und Unbeliebtheit, Ansehen und Hochachtung und Geringschätzung und Verachtung. Menschen behandeln einander unterschiedlich. Menschen werden von Menschen nicht beachtet, nicht angesehen, zurückgesetzt, hintangestellt, links liegen gelassen, vernachlässigt. Menschen übergehen andere und wenden sich von anderen ab. Menschen stellen die einen in die Mitte und andere an den Rand. Sie diskriminieren, behandeln ungerecht, schließen und grenzen aus und verstoßen. Menschen sehen die einen als ihre Freunde und andere als ihre Feinde, die einen als Gute, andere als Schlechte und Böse.

Diese Einteilungen und Umgangsformen unter Menschen wurden und werden oftmals auf Gott gespiegelt und übertragen. Menschen dachten und denken, dass Gott so ist und sich so verhält wie sie. Das sind die von Menschen gemachten Gottesbilder. Sie haben mit dem Gott, zu dem Jesus „mein Abba” sagt, nichts gemeinsam. Gottes Herz ist unendlich weiter als das Herz des besten Menschenvaters und der besten Menschenmutter. Im Reich Gottes gibt es kein Ansehen der Person, keine Abstufung vom Ersten bis zum Letzten, keine Unterschicht, Mittelschicht und Oberschicht, keine vorderen und hinteren Reihen, keine unteren und oberen Ränge, keine Galerien- und Logenplätze, auch keine „heilige” Rangordnung.

Wir stellen uns vor, dass die Stimme aus den Himmeln jetzt zu uns spricht.

Du bist mein Kind, mein geliebtes. Bevor du im Leib deiner Mutter empfangen wurdest, habe ich von dir schon gewusst. Denn schon am Anfang der Schöpfung habe ich dich erwählt. Ich habe dich im Leib deiner Mutter geformt und den Tag bestimmt, an dem du geboren wurdest. Freude herrscht im Himmel, dass es dich gibt. Wunderbar habe ich dich geschaffen, herrlich und schön. Ich trage das Bild von deiner ewigen Schönheit und Ganzheit in mir. So wirst du sein, wenn du am Ziel bist. Immer bin ich in dir und um dich herum. Von allen Seiten umgebe ich dich und lege meine Hände auf dich. Meine unerschöpfliche Gnade fließt wie ein ewiger Strom in dich ein. Du bist mein Kind, mein geliebtes, ich bin dein Vater und deine Mutter. Jeden Weg gehe ich mit dir. Niemals lasse ich dich allein. Jede gute Gabe, die du empfängst, kommt von mir. Alles habe ich für dich geschaffen. Ich sorge für dich und höre nie auf, dir Gutes zu tun. Sehnsüchte habe ich in dich gelegt, ich werde sie dir zur rechten Zeit erfüllen. In meinen Armen berge ich dich und ich drücke dich an mein Herz. Ich sage bedingungslos Ja zu dir. So wie du bist, darfst du sein. Nichts kann dich trennen von mir. Genauso wie ich Jesus in meinem Herzen trage, trage ich auch dich in meinem Herzen.