REICH GOTTES Lernen

19. Sonntag im Jahreskreis A

Gedanken zum Matthäusevangelium 14, 22-33

Thema: Jesusvertrauen hält uns über Wasser

Ganz vorne im Glauben stehen nicht die religiösen Leistungen und frommen Handlungen und Taten, auch nicht das einwandfreie, hochanständige moralische und ethische Verhalten und das hundertprozentige Einhalten der religiösen Gebote und Verbote, auch nicht irgendwelche sonstige gute Werke. An erster Stelle im Glauben steht das Vertrauen. Das Vertrauen auf Gott, das Vertrauen auf Jesus. Das ist das Wichtigste im Glauben.

Vertrauen auf Gott, Vertrauen auf Jesus bedeutet irdische Sicherheiten loslassen und sich in Gottes Hände, in Jesu Hände fallen lassen mit der Gewissheit, dass mich Gottes Hände, Jesu Hände ewig halten und tragen, auch in meinen größten Sorgen und Schwierigkeiten, auch in meinem Sterben und über mein Sterben hinaus.

Vertrauen auf Gott, Vertrauen auf Jesus ist das wirksamste und stärkste Mittel gegen die Angst. Vor diesem Vertrauen weicht die Angst. Dieses Vertrauen besiegt die Angst.

Kleine Kinder können vertrauen mit kindlichem Urvertrauen. Dieses Urvertrauen der Kinder müssen wir auf Gott und auf Jesus neu lernen. Gott vertrauen, Jesus vertrauen ist erlernbar, indem wir es wagen und tun. Learning by doing!

Jesus aus Nazareth lebt in tiefem Vertrauen auf seinen Abba. Er ist gewiss, dass sein Abba ihn niemals verlässt, auch nicht in seinen bittersten Stunden der Todesangst, des Kreuzweges und des Sterbens am Kreuz. Jesus ist von der großen Hoffnung erfüllt, dass der Abba ihn heimträgt ins neue Leben der Auferstehung, der Vollendung und der ewigen Herrlichkeit.

Dieses Evangelium erzählt uns eindrucksvoll von der Macht des Vertrauens auf Gott und auf Jesus. Es handelt sich um eine Erzählung, die nicht in wortwörtlichem, sondern übertragenem Sinn zu verstehen ist. Eine Erzählung voller Bilder und Symbole. Kein Mensch kann über die Wasseroberfläche gehen außer vielleicht im Traum.

Das Meer und das Wasser des Sees galten im Altertum als Ort der Dämonen, die die Menschen zu verschlingen drohen. Jesus geht über das Wasser. Das bedeutet, er lässt sich von den dunklen Mächten nicht erschrecken, sie können ihm nichts anhaben, denn er weiß sich ganz in der Sicherheit und im Schutz seines Abba.

Seinen Schülern, deren Boot auf dem See von Wind und Wellen hin und her geworfen wird, sagt Jesus das beruhigende Wort, das auch eine Mutter zu ihrem Kind sagt, wenn es sich fürchtet: „Ich bin da. Ich bin bei dir.”

Jesus kommt in der vierten Nachtwache. Die vierte Nachtwache ist ein Bild für die Zeit, in der Gottes Hilfe am nächsten ist.

Petrus, so erzählt uns das Evangelium, steigt aus dem Boot und geht über das Wasser auf Jesus zu. Solange er seinen Blick auf Jesus richtet und sein Vertrauen auf ihn setzt, hält er sich über Wasser. Sobald er aber seinen Blick von Jesus weg- und der Angst zuwendet, sobald also sein Vertrauen auf Jesus schwach wird, beginnt er unterzugehen. In seiner Angst aber schreit er nach Jesus, und Jesus zieht ihn aus seiner Not. Genauso dürfen auch wir in Notsituationen unseres Lebens nach Jesus schreien und werden erfahren: Jesus ist bei uns und hält uns.

Als Jesus mit Petrus im Boot ist, legt sich der Wind. Das heißt, mit Jesus im Boot unseres Lebens brauchen wir nicht Angst zu haben in den Stürmen des Lebens. Denn Jesusvertrauen hält uns über Wasser und übersteht jeden Sturm.